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Das Oktoberfest in München wird weltweit kopiert - von China bis Kanada. Nun soll es auch eine Wiesn in Dubai geben.

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    Oktoberfest in Dubai: Das steckt dahinter

    Während die Wiesn in München dieses Jahr vor einer erneuten Absage steht, soll nun ein Oktoberfest der Superlative in Dubai aufgezogen werden: 32 Zelte, Schausteller und Fahrgeschäfte auf 400.000 Quadratmetern - und das ganze sechs Monate lang.

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    Von
    • Julia Haas

    Größer, länger, internationaler - so soll das Oktoberfest in Dubai werden. Eine Unternehmergruppe will von Oktober bis März eine Wiesn der Superlative im entfernten Emirat auf die Beine stellen. Die Idee hatte der Münchner Ex-Gastronom Dirk Ippen, der seit einigen Jahren in Dubai lebt.

    Die Planung sei schon weit fortgeschritten, das bestätigt Mit-Veranstalter Charles Blume aus München auf BR-Anfrage. Auch unverbindliche Vorverträge mit Schaustellern und Wiesn-Wirten gäbe es bereits. Konkrete Namen konnte Blume jedoch nicht nennen. Aktuell warte man nur noch auf eine offizielle Bestätigung aus Dubai. Bierzelte, Bierbänke, das nötige Equipment sei vor Ort vorhanden oder könne leicht von China hergebracht werden.

    Auch Münchner Bier soll ausgeschenkt werden

    In den 32 geplanten Zelten soll internationales, aber auch Münchner Bier ausgeschenkt werden. Von der Unternehmensgruppe Inbev, zu denen Spaten und Löwenbrau gehören, heißt es, das Interesse sei da, man überlege aktuell, ob und mit welchen Biermarken man an der Dubai-Wiesn mitwirken wolle. Solche Projekte seien typischer Teil ihres Exportgeschäftes, so der Pressesprecher.

    Auch die Brauerei Paulaner ist international vertreten - veranstaltet unter anderem weltweit "Paulaner-Oktoberfeste". An einer Wiesn in Dubai sei man allerdings nicht beteiligt, so das Unternehmen auf BR-Anfrage.

    Wiesnband: "Bisher noch nichts Konkretes besprochen"

    Beim geplanten Oktoberfest in Dubai sollen von Oktober bis März 2022 neben Ballermannstars auch Wiesnbands spielen. In einer Mitteilung der Veranstalter werden die Troglauer, die Dorfrocker oder auch die Münchner Zwietracht genannt.

    Der Gründer der Münchner Zwietracht, Wolfgang Köbele, zeigt sich überrascht: Vor vier Wochen habe er mal eine Anfrage erhalten, aber seither sei nichts Konkretes mehr besprochen worden. Er habe zuerst an einen Aprilscherz gedacht und sei skeptisch, ob diese Aktion in Dubai wirklich realisiert werden könne.

    Als Oktoberfestband seien solche Angebote für sie aber durchaus interessant. Die Münchner Zwietracht spiele auf der ganzen Welt. In Kürze hätten sie beispielsweise eine Buchung für das Wurstfest in Texas gehabt.

    Schausteller wissen noch nichts von dem Plan

    620 Betriebe - vom Karussell über Achterbahnen bis hin zu Verkaufsständen - sollen beim geplanten Fest in Dubai auf 400.000 Quadratmetern die Zuschauer begeistern. Auch "The Tower", eine Event- und Fahrgeschäft-Attraktion aus Berlin, sei angeblich eingeplant. Eine Rückfrage dort ergab allerdings, dass man noch nichts davon wisse, dass "The Tower" bald in Dubai stehen soll.

    Münchner Wiesn-Wirte haben kein Interesse

    Wiesn-Wirt Michael Käfer jedenfalls hat kein Interesse an einer Wiesnschänke an der Dubai Marina. Für ihn gehöre das Oktoberfest nach München und sein Zelt unter die Bavaria. Auch Familie Roiderer vom Hacker Festzelt sagt: "Wir sind in Dubai sicher nicht dabei." Es sei eben eine nachgemachte Veranstaltung, solche gäbe es mittlerweile überall auf der Welt. Das Original finde aber eben nach wie vor nur in München statt, so Ex-Wiesnsprecher Toni Roiderer.

    München will sich den Begriff "Oktoberfest" schon lange schützen lassen, damit der Titel nicht von Trittbrettfahrern beliebig kommerziell verwendet werden kann. Seit 2020 hat die Stadt den Markenschutz für Souvenirs. Wer außerhalb Münchens ein "Oktoberfest" veranstalten will, kann das jedoch immer noch tun. Von Kanada bis Namibia - und nun vielleicht auch bald in Dubai.

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