BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

NEU

Ohne Barriere aufs Gleis: Fürther startet Online-Petition | BR24

© BR

Seit Jahren warten die Fürther darauf, dass der Fürther Hauptbahnhof barrierefrei ausgebaut wird. Noch immer müssen die Reisenden über Treppen auf die meisten Gleise. Nun hat der Fürther Philipp Steffen eine Online-Petition gestartet.

Per Mail sharen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Ohne Barriere aufs Gleis: Fürther startet Online-Petition

Dem Fürther Philipp Steffen langt es: Weil sich seit Jahren am Fürther Hauptbahnhof in Sachen Barrierefreiheit kaum etwas getan hat, hat er eine Online-Petition gestartet. Noch immer führen auf die meisten Gleise nur steile Treppen.

Per Mail sharen

27 Stufen muss Philipp Steffen mit dem Kinderwagen überwinden, um auf das Gleis am Fürther Hauptbahnhof zu kommen. Lediglich zum S-Bahn-Gleis fährt ein Aufzug – alle anderen Gleise sind nur über Treppen zu erreichen. "Es ist anstrengend, den Kinderwagen hochzutragen und es kostet einiges an Nerven", sagt der Familienvater, der für die Grünen auch im Fürther Stadtrat sitzt. Die Online-Petition für den barrierefreien Ausbau hat er aber als Privatmann gestartet.

Druck per Online-Petition

Seit Jahren warten die Fürther darauf, dass der Hauptbahnhof barrierefrei ausgebaut wird, so Steffen. Mit der Online-Petition will er den Druck auf Bahn-Chef Richard Lutz und Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) erhöhen. "Ich will darauf aufmerksam machen, dass der Ausbau wirklich dringend ist", betont Steffen. Knapp 1.500 Menschen haben die Petition innerhalb weniger Tage unterschrieben.

Keine Barrierefreiheit beim Einstieg

Am Fürther Hauptbahnhof werden mehr als 10.000 Fahrgäste pro Tag gezählt. Reisende mit schwerem Gepäck, Kinderwagen, Fahrrädern, Rollatoren oder Rollstühlen: Sie alle haben es schwer. Theresia Herden aus Fürth sitzt im Rollstuhl. Sie ist auf die Hilfe des Mobilitätsservice angewiesen, wenn sie aufs Gleis gelangen will. Und auch in den Zug kann Theresia Herden nur mit Hilfe einsteigen, denn die Höhe des Bahnsteigs passt nicht mit der Höhe der Züge überein – es klafft eine Lücke. "Spontan wegfahren, geht gar nicht", sagt Herden. Einen Tag vorher muss sie ihre Fahrt beim Mobilitätsservice anmelden. In Fürth wird dieser von 7.00 bis 19.00 angeboten, berichtet Herden. "Danach hat man Pech als Rollstuhlfahrer", ärgert sich die Fürtherin.

Barrierefreier Ausbau in Bayern

Der Hauptbahnhof Fürth ist kein Einzelfall: In Bayern ist jeder fünfte Bahnhof nur über Stufen erreichbar. Das hat das gemeinnützige Verkehrsbündnis Allianz pro Schiene dieses Jahr mit Daten des Bundesverkehrsministeriums ermittelt. Auch der Behindertenbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung Holger Kiesel steht regelmäßig im Kontakt mit der Bahn: "Es gibt immer mehr barrierefreie Bahnhöfe in Bayern. Aber es sind immer noch zu wenige, und der Ausbau dauert zu lange", kritisiert Kiesel. Zudem bedeute Barrierefreiheit nicht nur Aufzüge und Rampen, sondern eben auch ein ebenerdiger Einstieg in die Züge und Markierungen für Sehbehinderte.

Planungen für Fürther Hauptbahnhof laufen

Die Deutsche Bahn teilte mit, dass aktuell die Planungen für einen barrierefreien Ausbau des Fürther Hauptbahnhofs laufen. Bis nächstes Jahr sollen sie abgeschlossen sein. Bund und Freistaat erhalten dann eine Kostenschätzung, auf deren Grundlage die endgültige Baufinanzierung erfolgen kann, so die Bahn weiter. Wann die Gelder fließen und die Arbeiten starten, ist aber noch offen.

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!