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Oh Maria, Mutter aller! | BR24

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Bildrechte: BR/Matthias Morgenroth

Stand in Altötting verkauft Marien-Devotionalien

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    Oh Maria, Mutter aller!

    Maria wird heute in München groß gefeiert. Denn die Bayern haben ein ganz besonderes Verhältnis zu ihrer Muttergottes: Maria gilt ihnen als Schutzpatronin, als Patrona Bavariae - seit 100 Jahren ganz offiziell.

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    Maria als Schutzpatronin des Freistaats wird heute mit einer Sternwallfahrt aller sieben bayerischen Diözesen zum Münchner Marienplatz gefeiert - an der Mariensäule gibt es einen Festgottesdienst.

    Der Gedanke ist schon Jahrhunderte alt: Seit 1917 aber darf sich Maria offiziell mit dem Titel "Patrona Bavariae" schmücken. Damals erklärte Papst Benedikt XV. die Mutter Jesu ganz offiziell zur Schutzfrau Bayerns und attestierte dem Land, ein Land der Marienverehrung und Marienorte zu sein. Die Notsituation während des Ersten Weltkriegs hatte König III. dazu gebracht, den Papst um den Gefallen zu bitten. Demokraten und Protestanten waren nicht begeistert. Doch die Frömmigkeit und die Feierlaune der Bayern haben sich durchgesetzt. Und bis heute pflegt die CSU, die seit Jahrzehnten die Regierung stellt, ein besonderes Verhältnis zur Maria, wenn die konservative Elite der Partei zur Marienwallfahrt ins oberbayerische Tuntenhausen einlädt.

    Oh, Maria hilf - Die Bayern und ihre Gottesmutter

    Die Marienverehrung in Bayern reicht schon viel weiter zurück: Es waren die Wittelsbacher, die den Bayern die Marienverehrung einst zur Zeit des 30-jährigen Krieges als Staatskult verordneten. Kurfürst Maximilian I. machte Anfang des 17. Jahrhunderts den bayerischen Staat zu einem Land der Maria. 1616 ließ er die berühmte Bronze-Plastik "Patrona Boiariae" an seiner Münchner Residenz anbringen. Das machte Schule und bald war beinah jede Hausfront mit einer Madonna geschmückt.

    Aus dieser Zeit kommt der Brauch, auch männlichen Kindern den Namen Maria zu geben – als Zweitnamen. Kurfürst Maximilian machte es vor und nannte seinen Sohn Ferdinand Maria. Im 30-jährigen Krieg wurde die Madonna auch als Heeresführerin missbraucht: die katholische Seite erhoffte sich besonderen Schutz. Rosenkranzbeten wurde als kriegsentscheidend eingeschätzt. Dennoch, sagt der Historiker Christof Paulus, Maria ist immer mehr als patriotische Heeresführerin geblieben:

    "Im 17./18. Jahrhundert haben sich über 50 marianische Bruderschaften, Fraternitäten, gläubige Männer wie Frauen zusammengeschlossen, um für ein gutes Leben, ein gutes Sterben zur Gottesmutter zu beten. Denen kann man keine kriegerischen Absichten unterstellen." Historiker Christof Paulus

    Lourdes, Fatima, Medjugorje - Marienverehrung boomt weltweit

    Marienwallfahrtsorte wie Altötting sind gut vernetzt mit anderen europäischen Pilgerzielen, an denen die Maria verehrt wird. Etwa mit Fatima. Heute spricht Papst Franziskus im portugiesischen Fatima die Hirtenkinder Francisco und Jacinta heilig, denen am 13. Mai dort vor genau 100 Jahren zum ersten Mal Maria erschienen sein soll. Noch immer pilgern Millionen Menschen jedes Jahr an Marienwallfahrtsorte wie Fatima, Lourdes oder Medjugorje - Marienverehrung boomt also auch heute noch. Denn - so die Vizevorsitzende des Bayerischen Pilgerbüros Irmtraud Jehle - Menschen brauchten Wunder, auch heute noch.