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Offene Grenzen: Infektiologe kritisiert EU-Gipfel-Entscheidung | BR24

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Die Entscheidung des EU-Gipfels, Grenzen in Europa grundsätzlich offen zu halten, hat Professor Bernd Salzberger, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie und Lehrstuhlinhaber in Regensburg kritisiert.

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Offene Grenzen: Infektiologe kritisiert EU-Gipfel-Entscheidung

Die Botschaft der Staats- und Regierungschefs beim EU-Gipfel lautete: auf Reisen verzichten, aber Grenzen offen lassen. Diese Entscheidung sieht der Regensburger Infektiologe Bernd Salzberger kritisch und verweist auf hohe Inzidenzen in Grenznähe.

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Von
  • Zara Kroiß
  • BR24 Redaktion

Die Entscheidung des EU-Gipfels von Donnerstag, Grenzen in Europa grundsätzlich offen zu halten, hat Professor Bernd Salzberger, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie und Lehrstuhlinhaber in Regensburg, kritisiert.

Infektiologe hat grundsätzlich nichts gegen offene Grenzen

Im Gespräch mit dem Bayerischen Rundfunk sagte Salzberger am Freitag, die Grenzen könnten seiner Meinung nach ohne Probleme geöffnet bleiben, wenn auf beiden Seiten das Gleiche getan werde. Dies habe man in Europa aber bisher definitiv nicht geschafft.

Inzidenz in Grenznähe sei hoch

Die Grenzsituation sei für ihn eine der kritischen Situationen in der ganzen Pandemie. Gerade die grenznahen Kreise seien die Gebiete, in denen die Inzidenz in den vergangenen Monaten am schnellsten hochging. "Ob es jetzt der kleine Grenzverkehr zum Einkaufen ist oder eben die Pendler, die über die Grenze gehen zur Arbeit. Beides spielt eine Rolle. Das zeigt eben, dass das Virus sich nicht an Grenzen hält", mahnt Salzberger.

EU-Gipfel: Auf nicht notwendige Reisen verzichten

Am Donnerstagabend teilten Ratspräsident Charles Michel und Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen nach dem Videogipfel des Europäischen Rates mit, dass die Grenzen der EU nicht geschlossen werden sollen. Um die Ausbreitung des Coronavirus und der neu entstandenen Mutationen gering zu halten, solle man aber auf nicht zwingend notwendige Reisen verzichten.

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