BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

ÖPNV-Warnstreik legt den Großraum Nürnberg lahm | BR24

© BR

Stefan Wolf, Gewerkschaftssekretär von Verdi Mittelfranken, erklärt, warum der öffentliche Nahverkehr heute bestreikt wird. Am Dienstag fahren in Nürnberg keine U- und Straßenbahnen.

1
Per Mail sharen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

ÖPNV-Warnstreik legt den Großraum Nürnberg lahm

Keine U-Bahn, keine Straßenbahn und nur ganz vereinzelt Busse - der Verdi-Warnstreik im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) sorgt für Ärger bei Schülern, Eltern und Pendlern. Die Gewerkschaft aber gibt sich kämpferisch.

1
Per Mail sharen
Von
  • Julia Demel

Seit heute Morgen 5.00 Uhr stehen Busse, Straßen- und U-Bahnen auch in Nürnberg still. Das werden sie auch noch bis Mittwoch früh, sagt Stefan Wolf, Verdi-Gewerkschaftssekretär für Mittelfranken, dem Bayerischen Rundfunk im Interview. Die Gewerkschaft Verdi hat in Nürnberg und Fürth insgesamt 2.200 Mitarbeiter der VAG Nürnberg und der Infra Fürth zum Warnstreik aufgerufen. Darunter zu leiden haben vor allem Schülerinnen und Schüler und die vielen Berufspendler.

Streikfahrplan mit privaten Busanbietern

Die VAG Nürnberg versucht zumindest für den Busverkehr einen stark ausgedünnten Streikfahrplan auf Basis des Nightliner-Bus-Netzes aufrecht zu erhalten. Dasselbe gilt auch für das Fürther Stadtgebiet. Auch in Erlangen kam es zu erheblichen Verzögerungen im öffentlichen Nahverkehr.

Gewerkschaft: "Wir fordern nahezu lächerliche Dinge."

Seit März verweigerten die Arbeitnehmer die Verhandlungen, deshalb gingen sie nun auf die Straße. Alle Mitarbeiter seien aufgerufen worden zuhause zu bleiben. An allen Betriebshöfen der Verkehrsaktiengesellschaft Nürnberg (VAG) wurden aber Streikposten eingerichtet, um die Mitarbeiter, die nicht Bescheid wüssten, zu informieren, sagt Wolf.

„Wir fordern einen bundesweiten Manteltarifvertrag, der nahezu schon lächerliche Dinge fordert wie 30 Tage Urlaub für alle, keine Abzüge bei Fehlzeiten, oder auch eine Nachwuchsförderung, das ist uns besonders wichtig.“ Stefan Wolf, Gewerkschaftssekretär Verdi Mittelfranken

Kritik an überfüllten Ersatzbussen zu Coronazeiten

Der Gewerkschafter kann aber nicht verstehen, dass die VAG während des Streiks Ersatzbusse einsetzt. Aus Erfahrungen vergangener Streiks wisse man, dass sich Fahrgäste in den Ersatzbussen drängten, das sei während der Corona-Pandemie unverantwortlich. Am Nürnberger Hauptbahnhof, von wo aus die Busse im Nightliner-Fahrplan sternförmig das Stadtgebiet abfahren, war die Verkehrssituation am Morgen tatsächlich angespannt. Viele Pendler versuchten noch ihren jeweiligen Bus zu erreichen, wodurch die Menschen teilweise dicht gedrängt in den Bussen standen. Zudem fahren die Busse nur halbstündig, was das Passagier-Aufkommen weiter verdichtet. Gegenüber dem Bayrischen Rundfunk drückten dennoch die meisten Pendler ihr Verständnis für den Streik aus. Auch wenn manche die Wahl des Zeitpunkts des Streiks hinterfragten.

Forderung: 4,8 Prozent mehr Lohn

Die Gewerkschaft Verdi will mit diesen Maßnahmen den Druck in den Verhandlungen mit dem Arbeitgeberverband erhöhen. Für bundesweit 2,3 Millionen Beschäftigten des öffentlichen Dienstes von Bund und Kommunen fordert Verdi eine Anhebung der Einkommen um 4,8 Prozent, mindestens aber 150 Euro pro Monat. Der neue Tarifvertrag soll dann eine Laufzeit von zwölf Monaten haben.

© BR/Nicolas Eberlein

Pendler am Nürnberger Hauptbahnhof

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!