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Öffentlicher Dienst: Warnstreiks in kommunalen Krankenhäusern | BR24

© pa/dpa

Verdi Bayern hat die Mitarbeiter kommunaler Kliniken zu Aktionen aufgerufen

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Öffentlicher Dienst: Warnstreiks in kommunalen Krankenhäusern

Am Dienstag war es der Nahverkehr, am Mittwoch sind es kommunale Krankenhäuser. Verdi Bayern ruft die Beschäftigten dort zu Aktionen auf und fordert mehr Geld für sie - auch nach Corona. Die Versorgung der Patienten sei trotz Streik sichergestellt.

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Von
  • Birgit Harprath
  • BR24 Redaktion

Von ersten Nadelstichen des Personals an den Kliniken spricht die Gewerkschaft – konkret bedeutet das für Mittwoch: An 25 Standorten in Bayern kommt es zu Aktionen. Das reicht von Protesten in der Mittagspause wie an den Kliniken in Landshut, in Prien am Chiemsee oder Regensburg über eine Kundgebung am Abend vor dem bayerischen Gesundheitsministerium in Nürnberg bis hin zu Warnstreiks in Ingolstadt, München und Bayreuth. Im Klinikum Aschaffenburg-Alzenau, im Klinikum Main-Spessart und in der Klinik Kitzinger Land wollen Beschäftigte mit Bannern und Fotoaktionen auf die Tarifforderungen aufmerksam machen.

Patientenversorgung ist sichergestellt

Die Versorgung der Patienten sei sichergestellt – heißt es von Verdi. Es gibt Notdienstvereinbarungen. Und wenn überhaupt werden nur die Operationen verschoben, die verschoben werden können.

Dass die Politik das Krankenhauspersonal als systemrelevant in der Corona-Zeit einstuft, dass sie als Heldinnen und Helden gefeiert und ihnen für den Einsatz sogar eine Prämie zugesichert wurde, das reicht vielen Mitarbeitern nicht. Sie fordern dauerhaft höhere Einkommen und zwar für alle Beschäftigten bis hin zu den Reinigungskräften. Der Personalschlüssel soll erhöht, bei Wechselschichten die Pause als Arbeitszeit vergütet und die Zuschläge aufgestockt werden – so die Forderungen. "Gerade noch wurde den Beschäftigten im Gesundheitswesen für ihre Leistungen in der Corona-Pandemie applaudiert. Doch bei den Tarifverhandlungen wollen die Arbeitgeber von Anerkennung nichts mehr wissen", sagt Sandra Zimmer, Gewerkschaftssekretärin der Verdi-Ortsgruppe Würzburg-Aschaffenburg.

Größtes Problem: Personalmangel

Die Arbeitgeber wissen um das größte Problem: den Personalmangel. Ein Extra-Gesundheitstisch wurde bei den zentralen Verhandlungen diesmal eingerichtet. Die Aktionen sollen auch ein Appell an die Politik sein. Am Mittwoch tagen die Gesundheitsminister von Bund und Ländern.

Aktionen auch in anderen Bereichen des öffentlichen Dienstes

Aufgerufen zu Warnstreiks sind heute auch noch andere Bereiche des öffentlichen Dienstes in Bayern. So sind laut Verdi in Nürnberg die Stadtverwaltung selber und die Bundesagentur für Arbeit betroffen, in Ingolstadt die Stadtwerke. In Augsburg wollen Mitarbeiter des Amts für Grünordnung, Naturschutz und Friedhofswesen sowie des Bereichs Versorgung der Stadtwerke ihre Arbeit niederlegen. Auch am Uniklinikum ist eine Aktion geplant. In Würzburg hat Verdi etwa die Beschäftigten der Blindeninstitutsstiftung sowie der Bentheim Werkstatt zu einer aktiven Pause aufgerufen. Auch das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt steigt in die Warnstreiks ein: Zunächst heute in Passau, wo mit dem Bauhof und dem Außenbezirk zwei Standorte des Amtes vertreten sind. Am Donnerstag (1.10) folgen dann die Außenbezirke Deggendorf und Straubing.

© BR

Nach den Ausständen gestern bei Kitas und vor allem im öffentlichen Personennahverkehr wurden heute vor allem kommunale Einrichtungen des Gesundheitswesens bestreikt, ohne aber die Abläufe in Krankenhäusern oder die Patientenversorgung zu gefährden.

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