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Im Landkreis Kitzingen an der Mainschleife schützen Obstbauern die Blüten ihrer Bäume durch eine Eisschicht vor Frost.

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Obstbauern schützen Blüten mit Eisschicht im Kampf gegen Frost

Im Landkreis Kitzingen an der Mainschleife schützen Obstbauern die Blüten ihrer Bäume durch eine Eisschicht vor Frost. In der Nacht werden die blühenden Obstbäume mit Wasser besprüht. Unter dem zentimeterdicken Eispanzer entsteht Erstarrungswärme.

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Von
  • Jürgen Gläser
  • BR24 Redaktion

Kleine, rosa Knospen überzogen von einer dicken Eisschicht und Eiszapfen, die von den Ästen hängen. Einige Obstbäume im Landkreis Kitzingen sehen gerade zeitweise so aus, als wäre es tiefster Winter. Doch die umliegenden Weinberge an der Mainschleife und die Knospen der Bäume versprechen bereits den Frühling. Hinter den vereisten Bäumen steckt eine alte Technik, mit der Obstbauern ihre Bäume vor Frost schützen.

Obstbäume nachts mit Wasser aus dem Main besprüht

Zum Schutz vor dem Nachtfrost hat der Winzer und Obstbauer Sebastian Römmelt aus Escherndorf seine Pfirsich- und Aprikosenbäume mit einer alten Technik geschützt: Schon nach Mitternacht pumpte er Wasser aus dem Main, das über Rohrleitungen in die Obstbaumreihen geleitet wurde und dort per Überkron-Beregnung verteilt wurde. So bildete sich über den Blüten der Pfirsich- und Aprikosenbäume eine Eisschicht.

Erstarrungswärme unter dem Eispanzer

Durch diese Frostberegnung kommt es unter dem Eis zu Erstarrungswärme. So sind die Blüten gegen Frost geschützt. Als es am Morgen dann -6 Grad hatte, waren die Obstbäume in eine zentimeterdicke Eisschicht eingepackt. Im Laufe des Tages taut die Eissschicht bei Plusgraden wieder ab. Schon 2020 hatte Römmelt seine Pfirsich- und Aprikosenbäume mit der Frostberegnung gerettet.

Früher blühende Obstbäume schützen

Der Anblick der Obstbäume in ihrem Eispanzer in einer ansonsten grünen und schon blühenden Landschaft ist bizarr: Von der Vogelsburg aus blickt man hinunter auf einen weißen Eis-Streifen. Andere Obstsorten, wie Birne, Zwetschge oder Kirschen sind von der Blüte her noch nicht so weit.

Frost noch keine Gefahr für die Rebstöcke

Auch die Winzer in Franken, die vergangenes Jahr Anfang Mai durch einen Spätfrost schlimme Schäden erlitten haben, konnten bislang noch beruhigt schlafen. Der Austrieb an den Rebstöcken ist derzeit noch in der Wollphase. Im südlichen Rhonetal in Frankreich haben die Winzer in den letzten Tagen mit abertausenden Fackeln und Öfen ihre Weinberge erwärmt. Dort ist der Rebausstrieb schon weiter fortgeschritten.

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