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Obstbauern am Bodensee sind trotz Frostschäden zuversichtlich

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Obstbauern am Bodensee trotz Frostschäden zuversichtlich

Von weiß bis zartrosa: Die Kirsch-, Birn- und Apfelbäume am Bodensee stehen in voller Blüte. Die Pflanzen haben in den Frostnächten nach Ostern gelitten. Die Landwirte kämpften mit Feuern gegen die Kälte. Sie sehen dem Jahr dennoch positiv entgegen.

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Von
  • Steffen Armbruster

Bio-Landwirt Philip Erletz geht zwischen weiß blühenden Kirschbäumen durchs nasse Gras. Aschereste liegen am Boden. Daneben ein paar angesengte Holzstücke, die nicht verbrannt sind. Die Stellen sind kreisrund und so groß wie ein Autoreifen. Hier hat Philip Erletz mit seinen Mitarbeitern in den vergangenen Wochen immer wieder früh morgens gestanden und die Feuer am Brennen gehalten. Der warme Rauch staute sich unter den schwarzen Hagelnetzen und hüllte die Kirschblüten ein. Ein Lebensretter. In den Frostnächten reichen ein bis zwei Grad höhere Temperaturen, um die Kirschblüten vor dem Erfrieren zu retten. Es ist Erletz gelungen. Nicht aber bei den Apfelbäumen.

Viele Blüten sind durch Frost abgestorben

Die Sorte Topaz etwa geht gerade auf. Die Blüten sind weiß mit einem rosa Schimmer am Rand. Philip Erletz pflückt einen Blütenstand ab und bricht eine davon auf. „Aus dieser Blüte wird definitiv kein Apfel“, sagt er. Im Innern ist die Blüte schwarz. Sie hat die Kälte nicht überlebt. Ein Blütenstand besteht aber aus fünf einzelnen Blüten: Zwei von diesen fünf sind innen noch grün. Hier kann sich problemlos ein Apfel entwickeln. Wenn alle so aussehen, könnte es noch reichen für eine ordentliche Ernte.

Schaden für die Obstbauern ist noch unklar

Denn: Nur rund zehn Prozent der Blüten, die ein Baum trägt, werden tatsächlich benötigt. Die Landwirte pflücken in der Regel viele maschinell und von Hand ab. Dann kann sich der Baum voll auf die Früchte konzentrieren, die ihm bleiben. Diese Äpfel werden groß und saftig. Doch sicher ist das nicht.

Noch lasse sich der Gesamtschaden nicht abschätzen, sagt Philip Erletz, der hänge stark von der Obstsorte und ihrer Lage ab. Er geht davon aus, dass es durch den Frost auch in diesem Jahr wieder viele deformierte Früchte mit braunen Stellen geben wird. Die können die Landwirte nur noch zu Saft verarbeiten, obwohl sie sehr gut schmecken. Sie lassen sich aber nicht mehr verkaufen. Ähnlich geht es seinem Kollegen Andreas Jäger.

Erste Ernte kann in zwei Wochen beginnen

Er steht zwischen seinen Erdbeer-Pflanzen und zeigt auf eine schwarze Blüte. Erfroren. Hier wird keine Erdbeere mehr wachsen. Der Schaden halte sich bei ihm aber in Grenzen, sagt Andreas Jäger. Mit ein paar weniger Blüten könne er leben, denn auch hier gilt: „Wenn weniger Früchte dran sind, werden die wahrscheinlich größer und sind dann schneller abgeerntet“, sagt Jäger. An den Pflanzen, die in den Gewächstunneln stehen, hängen bereits grüne Erdbeeren. In zwei Wochen etwa sind sie reif und Andreas Jäger kann mit der Ernte beginnen.

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