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Einige Gastronomen im Kleinwalsertal beteiligen sich am Vorarlberger Modellprojekt und öffnen ihre Betriebe

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    Oberstdorf unterstützt Öffnungen im benachbarten Kleinwalsertal

    Viele Skitourengeher zieht es derzeit ins Kleinwalsertal, weil dort noch genügend Schnee liegt und weil dort, wie im Rest von Vorarlberg, die Gastronomie öffnen darf. Einige Kilometer weiter in Oberstdorf verfolgt man das mit großem Interesse.

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    Von
    • Doris Bimmer
    • Kilian Geiser

    Das Kleinwalsertal gehört zum österreichischen Bundesland Vorarlberg, das wegen niedriger Corona-Inzidenzzahlen zur Modellregion auserkoren wurde, in der die schrittweise Öffnung des öffentlichen Lebens getestet werden soll. Restaurants und Lokale dürfen dort seit dem 15. März innen wie außen Gäste bewirten. Im Vorfeld müssen sich die Gäste anmelden, sich im Lokal registrieren und einen vor Ort durchgeführten, negativen Corona-Test vorweisen.

    Nur einige Wirte beteiligen sich am Modellversuch

    Die Gastronomie darf öffnen – aber nicht alle Wirte tun das auch. Nach Auskunft von Andi Haid, dem Bürgermeister der Gemeinde Mittelberg, beteiligen sich derzeit nur etwa zehn von fast 60 Betrieben, weil der Aufwand für die Bewirtung sehr hoch sei und nicht im Verhältnis zum Umsatz stehe. Es kämen zwar viele Menschen zum Skifahren, aber die wenigsten kehrten dann noch ein. Möglicherweise könnte sich das nun über die Osterfeiertage ändern, hofft Haid.

    Oberstdorf beobachtet Experiment mit Interesse

    Auf deutscher Seite, im benachbarten Oberstdorf, beobachtet man die Entwicklung im Kleinwalsertal aufmerksam. Man sieht es dort aber nicht als Konkurrenz, sondern vielmehr als Chance, betont Tourismusdirektor Frank Jost auf BR-Anfrage. Denn wenn sich zeige, dass das Corona-Konzept in Vorarlberg aufgeht, dann habe das sicherlich eine Signalwirkung für Deutschland.

    Letztlich könne es nur ein erster Schritt sein, die Gastronomie zu öffnen – alleine von Tagesgästen und Einheimischen könne niemand in Oberstdorf leben. Was man brauche, darin sind sich Jost und Haid einig, sei die Erlaubnis, wieder Übernachtungsgäste empfangen und beherbergen zu dürfen. Sollte dieser Schritt in Vorarlberg erfolgen, bevor die Hotellerie auch in Deutschland öffnen darf, hofft Jost in Oberstdorf, dass sich die Betriebe im Kleinwalsertal an der in Deutschland geltenden Regelung orientieren, denn "Rosinen picken fällt aus", so Jost.

    RKI betrachtet Kleinwalsertal getrennt vom Bundesland Vorarlberg

    Für das österreichische Kleinwalsertal gilt: Das Gebiet ist von der bayerischen wie von der in Österreich geltenden Einreiseverordnung ausgenommen. Das heißt, es gibt keine Registrierungs- oder Quarantänepflicht bei Ein- und Ausreise. Das Tal ist über den Straßenweg nur über Deutschland erreichbar. Im vergangenen Jahr hatte das Robert-Koch-Institut das österreichische Bundesland Vorarlberg und damit zunächst auch das Kleinwalsertal als Risikogebiet eingestuft. Nach Protesten nahm das RKI das Tal aus dieser Einstufung heraus.

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