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Bayerische Umweltschützer klagen gegen Rodung für Tesla-Fabrik | BR24

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Der Unternehmer Elon Musk will in Brandenburg eine Mega-Fabrik zur Herstellung von Elektroautos bauen. Dafür müssen Bäume gerodet werden. Der Verein für Landschaftspflege und Artenschutz in Bayern hat dagegen Klage eingereicht.

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Bayerische Umweltschützer klagen gegen Rodung für Tesla-Fabrik

Der milliardenschwere Unternehmer Elon Musk will in Brandenburg eine Mega-Fabrik zur Herstellung von Elektroautos bauen. Dafür müssen Tausende Bäume gerodet werden. Ein Naturschutzverband aus der Oberpfalz hat dagegen Klage eingereicht.

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Seit Donnerstag würden laut Verein für Landschaftspflege und Artenschutz in Bayern (VLAB) "überfallartig" Bäume in der Grünheide bei Brandenburg gefällt. Dort soll demnächst die Tesla-Gigafactory entstehen. VLAB hat deshalb am Freitagmorgen gerichtlich den Stopp der Rodungen gefordert.

Geplante Fabrik liege in einem Trinkwasserschutzgebiet

"Es kann nicht angehen, dass hier vollendete Tatsachen geschaffen werden sollen, bevor die Auswirkungen dieses gigantischen Projektes auf Mensch und Natur eingehend und abschließend geprüft wurden". VLAB-Vorsitzender Johannes Bradtka

Dem bundesweit anerkannten Naturschutzverband geht es um die Wasserversorgung. Weder Bereitstellung noch Entsorgung der Wassermengen seien geklärt. Zudem liege die geplante Fabrik in einem Trinkwasserschutzgebiet und einer sehr trockenen Region Deutschlands. Tesla kalkuliere mit 372 Kubikmetern Wasser pro Stunde für die Fabrik, so stehe es in den Antragsunterlagen.

Rodung von 420 Fußballfeldern Wald

Auch das Vorkommen von seltenen Pflanzen- und Tierarten sei noch nicht geklärt. "Ohne genauere Untersuchungen während der gesamten Vegetationszeit über verbietet sich eine Rodung schon aus Gründen des Artenschutzes", sagt Bradtka. Die Rodung von 420 Fußballfeldern Wald sei in Zeiten des Klimawandels ein verheerendes Zeichen.

"Es mutet schizophren an, wenn für die Produktion von Elektroautos, die angeblich dem Klimaschutz dienen, an anderer Stelle große Nachteile für das Grundwasser, Klima und die Natur in Kauf genommen werden sollen." VLAB-Vorsitzender Johannes Bradtka

VLAB-Hauptsitz in Erbendorf

Am frühen Morgen reichte der VLAB beim Verwaltungsgericht Frankfurt an der Oder einen Eilantrag zum Rodungsstopp ein. Der Verein ist bundesweit als Naturschutzverband anerkannt und hat damit auch das Klagerecht. Der Hauptsitz ist in Erbendorf, weil hier der Gründer und Vorsitzende lebt. Inzwischen aber hat der VLAB in mehreren Bundesländern Landesverbände, unter anderem gibt es auch Mitstreiter in Brandenburg.

© picture alliance/Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

Brandenburg, Grünheide: Gefällte Kiefern liegen im Wald auf dem künftigen Gelände der Tesla-Gigafactory

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