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Oberpfälzer Schulen überzeugen bei Geschichtswettbewerb | BR24

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Mehrere Schulen aus der Oberpfalz waren im Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten erfolgreich.

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Oberpfälzer Schulen überzeugen bei Geschichtswettbewerb

Mehrere Schulen aus der Oberpfalz waren im Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten erfolgreich. Sie gestalteten zum Beispiel einen WAA-Comic, spürten einem verschwundenen Dorf nach oder beschäftigten sich mit dem Nationalsozialismus.

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Die Körber-Stiftung hat am Donnerstag in München die Landespreise im Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten verliehen. Zwölf Schulen wurden ausgezeichnet, fünf davon aus der Oberpfalz.

Neuntklässler der Hans-Scholl-Realschule in Weiden kamen auf die Idee, die Auseinandersetzungen um die geplante atomare Wiederaufarbeitungsanlage Wackersdorf in einem Comic aufzuarbeiten. So sollen auch junge Leute Interesse an dem regional bedeutsamen Thema bekommen.

Alt-Landrat Schuierer als Motivator

Motiviert wurden sie durch den 2018 erschienen Kinofilm "Wackersdorf" und einen Besuch von Alt-Landrat Hans Schuierer. Die Schüler führten Interviews mit Gegnern und Befürwortern der Wiederaufarbeitungsanlage. Unterstützung bekamen sie von Journalist Gerhard Götz, der ein großes Privatarchiv mit Fotos aus der WAA-Zeit hat. Der Produzent von "Wackersdorf", Ingo Fliess, überließ den Schülern für den Wettbewerb die nötigen Rechte an Bildern aus dem Film. Die Schüler wandelten die Bilder digital in einen Comic um, der auch in den Buchhandel ging.

Begegnungen in Flossenbürg

Zehntklässler der Privaten Berufsschule der St. Michaelis-Werke Grafenwöhr erfuhren in der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg, dass während der Zeit des Nationalsozialismus auch Menschen mit Behinderung verfolgt und ermordet wurden. Im Museums-Café der Gedenkstätte arbeiten heute auch Menschen mit Behinderung. Mit ihnen trafen sich die Schülerinnen und Schüler.

In Flossenbürg forschten auch Elftklässler des Kepler-Gymnasiums Weiden. Unter dem Projekt-Titel "Neues Glück im Tal des Todes" sprachen sie mit Einwohnern über die Frage, ob man auf dem Gelände, das schon so Schreckliches erlebt hat, wohnen kann. Nach dem Krieg war ein Teil des KZ-Geländes bebaut worden.

Ehemaligem Dorf nachgespürt

Viertklässler der Grundschule Altenstadt an der Waldnaab spürten dem ehemaligen Dorf Paulusbrunn/Pavluv Studenec nach. Sie besuchten mit ihrer Tschechisch-Lehrerin historische Orte und sprachen mit einem Zeitzeugen, dessen Familiengeschichte eng mit dem 1945 abgerissenen Dorf verbunden ist. Dabei erfuhren sie, wie unterschiedlich das Leben an einer Grenze für die Bevölkerung sein kann: friedlich, wie jetzt mit einer Schulpartnerschaft und Austausch, oder überlagert von Krieg und Angst.

Film zur jüdischen Geschichte Regensburgs

Siebtklässler der Willi-Ulfig-Mittelschule in Regensburg wollten mehr über die Geschichte der Regensburger Juden erfahren. Dabei stießen sie auf interessante Verknüpfungen mit jüdischen Themen, wie zum Beispiel Straßennamen im Stadtteil Rheinhausen oder die Umbenennung ihrer Schule. Die Schülerinnen und Schüler forschten in Archiven, sprachen mit Zeitzeugen und Experten und waren bei einer Stolperstein-Verlegung. Alle Ergebnisse haben sie in einem Film mit eigener Musik zusammengefasst.

Neben den Auszeichnungen für die Landessieger gehen auch einige Förderpreise in die Oberpfalz. Der Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten ist die renommierteste Preisverleihung im Fach Geschichte deutschlandweit. Er fordert echtes Forschen in Quellen der Regionalgeschichte und das Präsentieren der Ergebnisse in kreativer Form. Insgesamt nahmen 1.992 Gruppen bundesweit an diesem Wettbewerb teil.