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Oberpfälzer Firma produziert Fläschchen für Corona-Impfstoff | BR24

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Aus der Stadt, die als erste in Bayern im vergangenen Jahr eine Ausgangssperre verhängt hatte, kommt das Glas für viele der kleinen Fläschchen, die gerade große Hoffnung bedeuten - die Glasbehälter für den Impfstoff.

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Oberpfälzer Firma produziert Fläschchen für Corona-Impfstoff

Eine Firma in Mitterteich produziert Milliarden Fläschchen für den Corona-Impfstoff. Die Kleinstadt war die erste Kommune in Bayern mit Ausgangssperre. Jetzt entstehen hier die Gefäße, deren Inhalt uns von dem Virus befreien könnte.

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Von
  • Anne Axmann
  • Zara Kroiß

Jede zweite Impfdosis weltweit steckt in einem Glasfläschchen des Unternehmens Schott AG und zwei Drittel davon werden in Mitterteich (Lkr. Tirschenreuth) produziert. Seit fast 140 Jahren produziert Schott in der nördlichen Oberpfalz medizinische und technische Spezialgläser, die in der Corona Pandemie als kleine Glasfläschchen zum Einsatz kommen, so das Unternehmen zum BR.

Absolute Reinheit durch Glas

Schott produziert sowohl eineinhalb Meter lange technische Glasrohre als auch Pharmarohre. Diese werden anschließend beim jeweiligen Kunden weiterverarbeitet. Technisches Rohr wird zum Beispiel in Beatmungsgeräten oder UV-Desinfektionslampen verbaut. Aus Pharma-Rohr werden unter anderem die Impffläschchen hergestellt. Darin wird derzeit auch der Corona-Impfstoff transportiert und in die Welt versendet.

"Unsere Spezialität ist ein Glas, das absolute Reinheit garantiert, weil es nicht chemisch mit dem Inhalt reagiert", so Ludwig Bundscherer, Pressesprecher bei Schott in Mitterteich. Die Basis ist ein sogenanntes Neutralglas, das vor mehr als 130 Jahren von Firmengründer Otto Schott entwickelt wurde. Allein 2021 stellt Schott voraussichtlich Fläschchen für rund zwei Milliarden Dosen Impfstoff her.

Marktführer bei Glasrohren

Die Firma ist mit den Glasrohren "Schott Tubing" als Weltmarktführer in diesem Segment. Mitterteichs Standortleiter Stefan Rosner sieht sich aber nicht als Krisengewinner. Man habe nicht mehr Arbeit als zuvor: "Ich glaube, wir tragen dazu bei, dass die Menschheit die Krise gut überwinden kann. Wir waren aber auch vor der Pandemie schon gut ausgelastet. Es gab auch vorher bereits einen Nachfrage-Boom nach Pharmagläsern."

Mitterteich: Einstiger Corona-Hotspot

Rosner bezeichnet die aktuelle Lage als "Ironie des Schicksals". Dass ausgerechnet in dem einstigen Corona-Hotspot Mitterteich jetzt ein Produkt für die Bekämpfung des Virus hergestellt wird, sei für die Mitarbeiter eine zusätzliche Motivation. "Jeder Mitterteicher kennt jemanden, der betroffen war, oder betroffen ist. Und das gibt natürlich nochmal einen ganz anderen Bezug zu dem Thema und auf die Weise ist jedem nochmal klar, worum es hier geht."

© BR/Zara Kroiß

Unterschiedliche Flaschenprodukte der Firma Schott.

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