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Wegen Corona: Bürgermeister fordern Ausflugssperre | BR24

© pa/dpa/Thomas Muncke

Blick auf den im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen gelegenen Walchensee.

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    Wegen Corona: Bürgermeister fordern Ausflugssperre

    Oberbayern steht ein traumhaftes Frühlingswochenende bevor, wie geschaffen für Ausflüge! Doch in Corona-Zeiten ist das anders. Bürgermeister im Oberland wollen eine staatliche Ausflugssperre durchsetzen.

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    Das schöne Wetter lockt die Menschen nach draußen und ist wie gemacht für Ausflüge, doch dagegen formiert sich Widerstand. Im Oberland haben sich jetzt Bürgermeister an die Regierung gewandt und fordern eine staatliche Ausflugssperre.

    Denn trotz eindringlicher Appelle waren am letzten Wochenende die Wandererparkplätze voll, Gruppen grillten am Walchensee und Ausflügler tummelten sich dicht am Eibsee – die meisten keine Einheimische, sondern Tagestouristen mit auswärtigen Kennzeichen auf ihren Fahrzeugen.

    Gedrängel am Ausflugsort Kochel am See

    Doch mittlerweile ist sogar während der Woche so viel los, wie normalerweise nur am Wochenende. Thomas Holz, Bürgermeister aus Kochel am See, vermutet, dass viele Menschen Angst hätten, dass es zu weiteren Einschränkungen kommen könnte, darum nutzten sie jetzt jeden schönen Tag. Da für die Osterferien schönstes Wetter prognostiziert ist, rechnet er sogar noch mit einer Ausflugszunahme in den nächsten Tagen.

    Bürgermeister fordern Ausflugssperre

    Zusammen mit anderen Bürgermeistern im Oberland fordert er eine Ausflugssperre vergleichbar wie an der norddeutschen Küste. Denkbar wäre auch eine Ausflugsbeschränkung nur im eigenen Landkreis.

    Mit einem Brandbrief haben sich die Bürgermeister an die Regierung gewandt – sie befürchten ein erhöhtes Infektionsrisiko für ihre einheimische Bevölkerung und für die Rettungskräfte. Holz spricht von einigen Egoisten, die die Solidarität aller riskieren. Die Polizei will an diesem Wochenende verstärkt an den Ausflugshotspots kontrollieren – jedoch ohne weitere Beschränkungen sind die Eingriffsrechte der Beamten beschränkt.

    Erholungsgebiete diesmal kein Ausflugsziel

    Auch die Erholungsgebiete und Badeseen rund um München sollten auch am Wochende nur für kurze Spazierrunden "allein oder mit weiteren Haushaltsangehörigen" genutzt werden. Darauf weist jetzt das Landratsamt München hin, das zugleich verstärkte Kontrollen ankündigt. Grillpartys und Picknicks oder auch "längeres Verweilen auf Parkbänken" seien wegen der landesweiten Ausgangsbeschränkungen nicht zulässig, betont die Behörde.

    Kontrollen an Badeseen im Münchner Umland

    Grundsätzlich seien Aufenthalte im Freien "so kurz wie möglich zu halten", und man sollte sich dabei auch "nur im näheren Umfeld der eigenen Wohnung" bewegen. Die Regelungen würden auch für die Bereiche um Dürnsteiner Brücke, Forst Kasten, Isar, Deininger Weiher, Feringasee, Garchinger See, Heimstettener See, Taxetweiher, Unterföhringer See und Unterschleißheimer See gelten.

    Wirksamster Schutz: Soziale Distanz

    Trotzdem habe man dort in den vergangenen Tagen bereits zahlreiche Platzverweise aussprechen müssen. "Mir ist bewusst, dass es nicht immer einfach ist, sich an die Einschränkungen zu halten und auf lieb gewonnene Gewohnheiten und Freiheiten zu verzichten", sagt Landrat Christop Göbel (CSU). Dennoch müsse man jetzt wann immer möglich zu Hause bleiben: "Wir alle müssen jetzt eigene Interessen zurückstellen und Rücksicht auf unsere Mitmenschen nehmen." Der wirksamste Schutz in diesen Tagen sei die soziale Distanz, so der Landrat.

    Berchtesgadener Land erwartet keine Ausflügler

    Auch für dieses Wochenende erwarten die Gemeinden im Berchtesgadener Land keinen Besucheransturm. Man sei ja nicht in der Nähe einer deutschen Metropole, auch aus Salzburg/Österreich dürften momentan keine Ausländer einreisen, sagt Brigitte Schlögl, die Geschäftsführerin der Berchtesgadener Land Tourismus GmbH auf BR-Anfrage. Im Berchtesgadener Land sind wie überall alle Besucherattraktionen geschlossen, ob das nun die Königssee-Schifffahrt, die Jennerbahn mit ihren Restaurants oder das Salzbergwerk in Berchtesgaden ist.

    Wanderparkplätze im Berchtesgadener Land gesperrt

    Das Landratsamt weist darauf hin, dass die privaten und öffentlichen Wanderparkplätze im Landkreis gesperrt sind, um Ausflugsverkehr zu vermeiden und Infektionsgefahren vorzubeugen. Allerdings, so der Berchtesgadener Bürgermeister Franz Rasp, werden die Parkplätze in der Gemeinde nicht mit Schranken abgesperrt. Man vertraue darauf, dass sich die Bürgerinnen und Bürger an die Vorschriften halten. Das gilt auch in Schönau am Königssee.

    Deutscher Alpenverein rät von Bergtouren ab

    Geöffnet sind allerdings die Wanderwege im Nationalpark Berchtesgaden – soweit es der Schnee zulässt, wie Sprecherin Carolin Scheiter berichtet. Und geöffnet hat weiterhin auch der Kurgarten in Bad Reichenhall. Geschlossen ist allerdings das Gradierhaus im Königlichen Kurgarten. Dies bleibt noch bis zum Ende der Ausgangsbeschränkungen so.

    Alpenverein und Bergwacht warnten erneut vor Bergtouren. Denn je mehr Wanderer in den Bergen unterwegs seien, desto größer sei die Gefahr von Unfällen. Solche Belastungen für Krankenhäuser und Retter seien jetzt zu vermeiden.

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