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Obergrenze gerissen: Aktuell vier Corona-Brennpunkte in Bayern | BR24

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Mehr 4.700 neue Corona-Infektionen an einem Tag: Das Robert-Koch-Institut hat heute erneut einen Anstieg der Fälle gemeldet. 23 Städte und Kreise sind inzwischen zu Risikogebieten erklärt worden, vier davon in Bayern.

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Obergrenze gerissen: Aktuell vier Corona-Brennpunkte in Bayern

Rosenheim, Memmingen sowie die Landkreise Regen und Fürstenfeldbruck: In diesen Regionen wird derzeit die Obergrenze bei den Corona-Neuinfektionen überschritten. Die Konsequenz: verschärfte Regeln. Auch in München könnte es bald wieder soweit sein.

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In Bayern wird die kritische Corona-Obergrenze von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche derzeit von zwei Städten und zwei Landkreisen überschritten. Nach aktuellen Zahlen des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) liegt die Stadt Memmingen bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von 54,42 (Stand: Samstag, 8.00 Uhr). Im Landkreis Fürstenfeldbruck ist der Wert bei 51,07, im Landkreis Regen bei 60,72. Rosenheim hatte die 50er-Schwelle bereits am Vortag überschritten. Dort liegt der Inzidenzwert laut LGL-Angaben aktuell bei 67,66.

Landeshauptstadt München nähert sich Corona-Obergrenze

Die Landeshauptstadt München kommt momentan auf 47,7 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage. Damit nähert sich auch München wieder der Infektions-Obergrenze, ab der strengere Corona-Regeln erlassen werden sollen. Den sogenannten Frühwarnwert von 35 überschreiten laut LGL in Bayern auch die Landkreise Ebersberg, Unterallgäu, Rottal-Inn sowie die Städte Ingolstadt, Amberg, Nürnberg und Schweinfurt.

Verschärfte Regeln in Corona-Hotspots

In den Hotspots wurde auf das Infektionsgeschehen bereits reagiert: So gelten in Rosenheim seit heute strengere Corona-Bestimmungen. Im öffentlichen Raum sowie auf Privatgrund dürfen sich nur noch höchstens fünf Personen als Gruppe aufhalten. An Feiern in privaten Räumen dürfen maximal 25 Menschen teilnehmen, das gilt auch für öffentliche Veranstaltungen. Verstöße können eine Geldbuße von bis zu 25.000 Euro nach sich ziehen.

In Memmingen handele es sich um Infektionen im familiären Bereich, teilte eine Stadtsprecherin mit. Das Infektionsgeschehen sei nicht klar eingrenzbar. "Wir werden immer auf die Verhältnismäßigkeit von Maßnahmen achten, sollten Einschränkungen notwendig werden", betonte Oberbürgermeister Manfred Schilder (CSU). Die schwäbische Stadt hatte schon zuvor ihre Corona-Regeln verschärft und unter anderem die Zahl bei Feiern, Vereins- oder Parteisitzungen auf höchstens 50 Teilnehmer begrenzt. Von Festen in Privaträumen mit mehr als 25 Menschen wurde dringend abgeraten.

Ähnliche verschärfte Regeln gelten jetzt auch in den Landkreisen Fürstenfeldbruck und Regen. An den Schulen im niederbayerischen Landkreis gilt ab Montag für Schüler ab der 5. Klasse wieder eine Maskenpflicht im Unterricht.

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Oberbürgermeister Manfred Schilder zu Maßnahmen und dem möglichen weiteren Vorgehen bezüglich der Corona-Neuinfektionen in Memmingen.

Bayernweit 591 neue Corona-Fälle

Bayernweit sind den Behörden seit Freitag 591 neue Corona-Infektionen gemeldet worden. Ein neuer Todesfall kam hinzu. Damit hat sich die Zahl der mit dem Corona-Virus infizierten Toten auf insgesamt 2.683 erhöht. Insgesamt haben sich seit Beginn der Pandemie im Freistaat 72.434 Menschen mit dem Coronavirus infiziert.

Von den Regierungsbezirken ist Oberfranken mit einem Wert von 14,36 bei der 7-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner am schwächsten betroffen. Am höchsten ist der Wert mit 31,23 in Oberbayern. Seit Freitag meldete das LGL hier 297 neue Corona-Infektionen. Die Zahl der Fälle steigt damit auf 33.380. Der bayerische Durchschnittswert liegt bei 23,49.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldete am Morgen 4.721 neue Corona-Fälle in ganz Deutschland - und damit zum dritten Mal in Folge mehr als 4.000. Mit Köln überschritt eine weitere deutsche Großstadt den Alarmwert von 50 nachgewiesenen Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen. Zu den Corona-Hotspots in Deutschland zählen auch weitere Großstädte wie Berlin und Frankfurt.

💡 Was bedeutet die "Sieben-Tage-Inzidenz"?

Die Sieben-Tage-Inzidenz zeigt an, wie viele Menschen in einer Stadt oder einem Landkreis in einem Zeitraum von sieben Tagen positiv auf das Coronavirus getestet wurden. Um den Wert vergleichbar zu machen, wird er pro 100.000 Einwohner angegeben. Berechnet wird er ganz einfach: Man addiert die täglich gemeldeten Neuinfektionen der vorangegangenen sieben Tage, teilt die Summe durch die Einwohnerzahl von Stadt oder Landkreis und multipliziert dies mit 100.000. Im Mai haben Bund und Länder die Sieben-Tage-Inzidenz als Richtwert für lokale Corona-Maßnahmen festgelegt.

In Bayern gibt es einen Frühwarnwert: Ab 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in sieben Tagen sollten Städte und Gemeinden Maßnahmen zur Eindämmung überprüfen. Ab dem bundesweiten Grenzwert von 50 Neuinfektionen sollten Lockerungen zurückgenommen werden. (BR24)

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