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Großprojekte im Wohnungsbau lassen die Statistik in Oberfranken kurzzeitig nach oben schnellen, heißt es aus der Bayerischen Bauinnung.

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Oberfranken beim Bau neuer Wohnungen in Bayern spitze

Die Zahl der neugebauten Wohnungen ist in Oberfranken zuletzt um 37 Prozent gestiegen und damit so hoch wie sonst nirgendwo in Bayern. Die Bauinnung relativiert jedoch und spricht von einer verzerrten Statistik.

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Von
  • Lasse Berger

Trotz Corona-Pandemie hat das deutsche Baugewerbe 2020 erneut einen Umsatzrekord erzielt. In Oberfranken sind zwischen September und Dezember vergangenen Jahres sogar 37 Prozent mehr Wohnungen gebaut worden als im Vorjahreszeitraum. Dabei handelt es sich um den höchsten Anstieg von neu gebauten Wohnungen im Freistaat. Das teilte das Bayerische Landesamt für Statistik in Fürth mit. Die Bauinnung in Oberfranken relativiert die Zahl allerdings.

Großprojekte beeinflussen Anstieg im Wohnungsbau

Der Geschäftsführer der oberfränkischen Regionalstelle des Landesverbands Bayerischer Bauinnungen (LBB), Andreas Franz, spricht auf BR-Anfrage von "keinem großen Boom". Womöglich liege in diesem Fall ein sogenannter "Sammeleffekt" vor, bei dem in dem betroffenen Zeitraum viele größere Wohnanlagen zufällig gleichzeitig fertig gestellt wurden. Sowohl in der Region Coburg als auch in der Stadt Bayreuth seien in letzter Zeit viele seniorengerechte Einrichtungen gebaut worden.

"Wenn in einer Stadt mit normalerweise jährlich 30 Wohnungsbauten auf einen Schlag 120 Appartements fertiggestellt werden, explodieren die Zahlen natürlich." Andreas Franz, LBB-Geschäftsführer für Oberfranken

Bauinnung: Verzerrte Statistik

Zudem spiele auch eine Rolle, dass Oberfranken der kleinste Regierungsbezirk in Bayern ist. Ein einzelnes Großprojekt werde dadurch schnell zu einem Ausreißer in der Statistik und verzerre für kurze Zeit die Werte. Man müsse den Anstieg des Wohnungsbaus auch immer über mehrere Jahre beobachten, um langfristige Folgen daraus zu schließen. Dauerhaft könne sich Franz einen Anstieg von 37 Prozent nicht vorstellen. Er gehe stattdessen von einem stabilen Anstieg von etwa sechs Prozent aus.

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Die bayerische Bauordnung von 1962 versuchte im aufkommenden Bauboom für mehr Sicherheit, Qualität und Wohnkomfort zu sorgen.

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