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Der Gastro-Lockdown läuft seit mittlerweile sechs Monaten. Viele Betreiber stehen vor dem Abgrund, auch in Oberfranken.

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Oberfränkische Gastronomen am Abgrund

Mittlerweile sind Gasthäuser, Cafés und Restaurants seit einem halben Jahr geschlossen. Den Gastronomen auch in Oberfranken bleibt nur das To-Go-Geschäft. Viele könnten ohne Soforthilfe nicht überleben, viele stehen am Abgrund. Betroffene berichten.

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Von
  • Markus Feulner
  • Nicolas Eberlein

Außer Haus Verkauf – Engin Gülyaprak bleibt nicht viel mehr als Kaffee, Kuchen und Suppen zum Mitnehmen anzubieten. Sein Café ist seit dem 2. November geschlossen. Wie viele Kunden kommen, hängt tatsächlich auch vom Wetter ab. Mal sind es mehr mal weniger. Eigentlich liegt sein Café in bester Bayreuther Lage. Es ist ein Treffpunkt. Aber seit einem halben Jahr ist es hier sehr ruhig. Wie in allen anderen oberfränkischen Restaurants, Bars und Hotels auch.

"Es geht wirklich an die Existenz. Ganz viele meiner Kollegen sind tatsächlich am Abgrund." Engin Gülyaprak, Bayreuther Gastronom

Gastronomen lösen Lebensversicherung auf

Gülyaprak berichtet, dass manche Gastronomen in Bayreuth bereits ihre Lebensversicherung aufgelöst hätten, um über die Runden zu kommen. Auch die Tourismuszahlen sind im Corona-Jahr 2020 deutlich zurückgegangen. Die Betriebe haben in fast ganz Bayern einen Rückgang von 38 Prozent verzeichnet. Nun drohen Schließungen. Engin Gülyaprak vermutet, dass rund ein Drittel seiner Kollegen auch nach dem Ende des Lockdowns ihre Bars, Cafés oder Restaurants nicht mehr öffnen werden.

Barbetrieb am Ende: Alkoholverbot kassiert To-Go-Verkauf

Die Bar von Andreas Türk liegt im Moment komplett still. Selbst der To-Go-Verkauf von Getränken ist bei ihm kaum eine Lösung. Als Getränke-orientierte Gastronomie mache es wenig Sinn, etwas außer Haus zu verkaufen, meint Türk. Vor seiner Tür herrsche zudem Alkoholverbot.

Andreas Türk hat zwar einen Zweitberuf, der ihm ein Auskommen beschert. Allerdings: Der Fortbestand seiner Bayreuther Bar hängt von den staatlichen Finanzhilfen ab.

"Ja, es kommt Geld an, aber das Geld ist nur für die Deckung der Fixkosten da. Der Unternehmerlohn bleibt auf der Strecke." Andreas Türk, Barbetreiber in Bayreuth

Außerdem: der lange Lockdown geht an die Psyche.

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Seit sechs Monaten dürfen Cafés, Restaurants und Bars nur Essen und Getränke "to go" anbieten. Viele Besitzer müssen über Schließungen nachdenken und sind abhängig von der staatlichen Finanzhilfe.

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