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Der Obere Mainkai zwischen der Alten Mainbrücke und der Wirsbergstraße in Würzburg soll sonntags für den Autoverkehr geschlossen werden. Diese Idee hat der Planungs-, Umwelt- und Mobilitätsausschuss am Mittwochabend auf den Weg gebracht.

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Oberer Mainkai in Würzburg wird probeweise für Verkehr gesperrt

Der Obere Mainkai zwischen der Alten Mainbrücke und der Wirsbergstraße in Würzburg soll sonntags für den Autoverkehr geschlossen werden. Diese Idee hat der Planungs-, Umwelt- und Mobilitätsausschuss am Mittwochabend auf den Weg gebracht.

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Von
  • Carolin Hasenauer

Der Planungs-, Umwelt- und Mobilitätsausschuss des Würzburger Stadtrats hat am Mittwochabend in seiner Sitzung über einen Antrag der Grünen-Stadtratsfraktion diskutiert und ihn schließlich modifiziert beschlossen. Nur eine Stimme Mehrheit gab am Ende den Ausschlag. Die Stadträte des Bündnis 90/Die Grünen hatten beantragt, dass die Straße zwischen Alter Mainbrücke und Wirsbergstraße zeitweise für den Autoverkehr gesperrt und stattdessen ein verkehrsberuhigter Bereich ähnlich einer Fußgängerzone eingerichtet wird.

Uferpromenade immer sonntags Fußgängerzone

Die erst kürzlich neu gestaltete Uferpromenade biete nämlich einen einzigartigen Blick auf Festung, Käppele und Main. Durch den Verkehr sei die Atmosphäre in diesem Abschnitt aber vom ständigen Autolärm beeinträchtigt. Eine Verkehrsberuhigung würde die Lebensqualität erheblich steigern, heißt es. Gesperrt bzw. verkehrsberuhigt wird der Bereich aber zunächst nur im Probebetrieb: sonntags zwischen 10.00 und 22.00 Uhr und bis zum 31. Oktober. Der modifizierte Beschluss war ein Vorschlag der SPD-Fraktion.

Verkehr wird umgeleitet

Der Fachbereich Tiefbau und Verkehrswesen muss den Plan jetzt "schnellstmöglich" umsetzen, also Schilder aufstellen, die die Sperrung markieren und Umleitungen anzeigen. Stadtbaurat Benjamin Schneider hatte in der Sitzung verkehrsrechtliche Bedenken geäußert, weil eine solche temporäre Sperrung in der Straßenverkehrsordnung nicht vorgesehen sei. "Ähnliche Bedenken gab es bei der einseitigen Sperrung der Zeller Straße auch. Ich glaube, man muss es drauf ankommen lassen", kommentiert Konstantin Mack von der Grünen-Fraktion.

Initiative der Grünen im Stadtrat

Der Grünen-Stadtrat weist darauf hin, dass eine solche Verkehrsberuhigung bereits im Verkehrsentwicklungsplan von 1993 vorgesehen sei, um mehr Aufenthaltsqualität am Oberen Mainkai zu gewährleisten. "Für uns als Grünen-Fraktion ist das ein riesiger Erfolg. Wir freuen uns, dass wir für unserem Antrag die Mehrheit bekommen haben - sogar mit einer CSU-Stimme. Jetzt bekommt der Bereich am Main hoffentlich ein gutes Stück mehr Aufenthaltsqualität." Der Ausschuss hat sich mit seinem Beschluss gegen die Empfehlung des Fachbereich Tiefbau entschieden, den Antrag abzulehnen.

Skepsis im Fachbereich Tiefbau

Der Fachbereich hatte darauf hingewiesen, dass das Angebot eines Aufenthalts auf der Fahrbahn vermutlich nur bei schönem Wetter angenommen würde und eine Sperrung je nach Wetterlage nicht sinnvoll sei, "da kein Verkehrsteilnehmer weiß, ob und wann er den Straßenteil nutzen kann oder nicht". Zudem müssten Rettungsdienste, Feuerwehr und Polizei sonntags den gesperrten Abschnitt eingeschränkt befahren, da sie ansonsten erhebliche Zeitverzögerungen in Kauf nehmen müssten, heißt es weiter in der Begründung.

Auch rein planerisch sei eine Sperrung nicht sinnvoll: Temporäre Sperrungen führten zu Falsch- oder Umwegfahrten auch etwa in Straßen, in denen Wendemanöver gefährlich werden können.

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