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Oberbayern: Räumdienste im Dauereinsatz, keine BOB-Züge mehr | BR24

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© BR

Mit einem Legostein hat BR-Korrespondent Hans Häuser gestern markiert, wo die Schneedecke endet. Heute ist der Stein zentimetertief unter dem Neuschnee verschwunden. Und vom Dach her droht langsam Gefahr. Eine Lagebericht aus Inzell.

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Oberbayern: Räumdienste im Dauereinsatz, keine BOB-Züge mehr

Der Winter hat Oberbayern fest im Griff. Auf den Autobahnen und in den Städten kommen die Räumfahrzeuge kaum hinterher. In Berchtesgaden gilt nun auch der Katastrophenfall. Die Bayerische Oberlandbahn steht still. Wichtige Straßen sind gesperrt.

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Wegen der anhaltenden Schneefälle hat das Landratsamt für den südlichen Landkreis Berchtesgadener Land den Katastrophenfall ausgerufen. Die Behörde übernehme die Koordination der Einsatze der verschiedenen Rettungs- und Hilfsorganisationen, teilte ein Sprecher mit. Zahlreiche Straßen in der Region sind wegen der Schneemassen und umgestürzter Bäume gesperrt. Im Berchtesgadener Ortsteil Buchenhöhe ist die einzige Zufahrtsstraße nur von Militärfahrzeugen der Bundeswehr befahrbar; rund 350 Menschen sitzen dort fest.

Auch die Jachenau bei Bad Tölz ist weitgehend von der Außenwelt abgeschnitten, aber ausreichend mit Lebensmitteln versorgt.

Angespannte Lage in Sachrang: ein Meter Neuschnee

Angespannt ist die Lage auch in Sachrang "ganz hinten" im Priental im Landkreis Rosenheim. Dort gab es heute Nacht einen Meter Neuschnee und die Schneehöhe beträgt nun insgesamt zwei Meter, wie Straßenmeister Martin Rabe von der Straßenmeisterei des Landkreises Rosenheim dem BR sagte. Man habe eine zweite Schneeschleuder angefordert um die Zufahrt von Aschau her freihalten zu können. Die Zufahrt von österreichischer Seite her ist seit Tagen wegen Schneebruchs nicht mehr möglich.

"Unser Salz reicht nur noch für drei Tage", so Straßenmeister Rabe, der hofft, dass die Bestellung heute oder morgen geliefert wird. Die Polizeidirektion Oberbayern Süd in Rosenheim meldet Verkehrsbehinderungen und Unfälle im gesamten Zuständigkeitsbereich.

In weiteren Schulen heute kein Unterricht

Im Landkreis Rosenheim entfällt an allen Realschulen und Gymnasien in Stadt und Landkreis der Unterricht. An den Grund- und Mittelschulen ist es den Eltern freigestellt, ob sie ihre Kinder zur Schule schicken. Auch im Berchtesgadener Land entfällt an weiteren Schulen der Unterricht. Hier die aktuelle Liste für alle betroffenen Schulen in Oberbayern.

Auf BOB-Strecken Betrieb eingestellt

"Der Zugverkehr im BOB-Gesamtnetz wurde bis auf Weiteres eingestellt. SEV Holzkirchen - Tegernsee / Lenggries / Bayrischzell", heißt es auf der Website der Bayerischen Oberlandbahn, "Witterungsbedingungen führen bei Meridian und BRB ebenfalls zu Zugausfällen und Verspätungen."

Angestrebt werde ein Grundtakt zwischen München und Holzkirchen, heißt es. Es fahren RVO-Busse im Oberland, aber einzelne Stationen könnten nicht angefahren werden. Außerdem sei auch im Schienenersatzverkehr mit starken Verspätungen zu rechnen.

Die DB Netz, die für die Infrastruktur zuständig ist, setzt heute schweres Schneefräsgerät ein – unter anderem an den Stationen Miesbach, Schliersee, Schaftlach, Bad Tölz und Bayrischzell. Zudem müssen die Schneemengen abtransportiert werden. Wann die BOB wieder das Oberland erreichen kann, ist offen.

DB Netz hatte sich gestern gegen Vorwürfe der Bayerischen Oberlandbahn gewehrt, nicht vorbereitet zu sein und zu wenig für die Räumung der Schienen zu tun.

Landkreis Miesbach: Schwerer Schnee erschwert das Räumen

Am vierten Tag des Kathastrophenfalls herrschen auch im Landkreis Miesbach schlechte Straßenverhältnisse, obwohl die Räumdienste ohne Pause arbeiten. Sie kommen nicht mehr damit nach, den schweren Schnee wegzuschieben. Alle Straßen sind derzeit schneebedeckt, auch die A8. Sophie Stadler, Pressesprecherin vom Landratsamt Miesbach sagte dem BR: "Es ist nicht ruhig, die Lage spitzt sich weiter zu, aber wir haben sie im Griff." Es kam zu zahlreichen Unfällen und Verkehrsbehinderungen. Autos hingen fest, rutschten in Leitplanken, Lkw standen quer. Am Sudelfeld ging eine Lawine ab. Fast den ganzen Tag schaufelten Feuerwerhrleute und die Kräfte des Technischen Hilfswerks Dächer ab, ebenso 31 Bundeswehrsoldaten.

Auch die Lage in den Bergen verschärft sich zusehends: Es gilt die Lawinenwarnstufe 4. Berg- und Forststraßen sind größtenteils nicht mehr befahrbar.

B307 bei Kreuth gesperrt

Wegen der hohen Lawinengefahr ist die für Skifahrer und Reisende wichtige Bundesstraße 307 im Landkreis Miesbach teilweise gesperrt worden. Betroffen ist der Abschnitt zwischen den Kreuther Ortsteilen Wildbad Kreuth und Kreuth-Bayerwald nahe der Grenze zu Österreich Wie lange die Sperrung andauern wird, sei noch nicht absehbar, sagte eine Sprecherin des Landratsamts.

Hier alle Infos zu Behinderungen und gesperrten Strecken – sowohl Schiene als auch Straßen.

Schulzentrum Geretsried: Dächer müssen vom Schnee befreit werden

Wegen zu hoher Schneelast sind die Turnhalle und die Aula im Schulzentrum Geretsried gesperrt worden. Gestern Nachmittag war die Schneelast mit 93 Kilogramm Schnee pro Quadratmeter als zu hoch gemessen worden. Zulässig sind 115 Kilo pro Quadratmeter. Wie das Landratsamt mitteilt, werden die Dächer morgen vorsorglich geräumt, um Reserven für weitere Schneefälle zu schaffen. Heute entscheidet die Verwaltung, ob auch das Hauptgebäude der Franz-Marc-Schule gesperrt wird. Auch hier hat die Schneelast einen kritischen Punkt erreicht.

Kindergarten in Unterhaching wird evakuiert

Die Gemeinde Unterhaching hat heute vorsichtshalber wegen der Schneelast den Integrationskindergarten im Ort geräumt. Wie ein Sprecher der Gemeinde mitteilt, habe man sich heute das Gebäude mit einem Sachverständigen angeschaut und entschieden, kein Risiko einzugehen. Die Kinder wurden von der Feuerwehr in die Sporthalle gebracht und werden da heute und auch morgen den ganzen Tag bei Bedarf betreut.

Streik und Schnee: Münchner Airport muss zahlreiche Flüge streichen

Die Zahl der Annulierungen am Münchner Flughafen steigt im Moment nicht mehr und liegt derzeit bei 150, so Kathrin Stangl, Sprecherin des Flughafens, am Mittag zum BR. Ein Drittel der gestrichenen Flügen gehe auf das Konto des starken Schneefalls an anderen deutschen und europäischen Start- und Zielflughäfen. Der Grund für den größten Teil der Flugausfälle sei aber der Streik des Sicherheitspersonals an den Airports in Stuttgart, Köln/Bonn und Düsseldorf. Der Münchner Flughafen erwarte nach derzeitigem Stand keine weiteren wetterbedingten Ausfälle, sagte Stangl.

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© BR

So sieht er aus, der Winter in Bayern. Lawinengefahr hoch, Straßen und Bahnstrecken gesperrt, Unterricht abgesagt. Auch heute ist wenig Entspannung in Sicht. Ein Blick nach Miesbach und Jachenau.

Murnau versinkt im Schnee

© BR/Angela Braun

Murnau im Schnee.

© BR/Angela Braun

Murnau im Schnee.

© BR/Angela Braun

Murnau im Schnee.

© BR/Angela Braun

Murnau im Schnee.

© BR/Angela Braun

Murnau im Schnee.