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Oberammergauer Jesus: Peta fordert E-Scooter statt Esel | BR24

© Tobias Hase/dpa-Bildfunk

Der Darsteller Andreas Richter als Jesus (M) reitet in der Fotoprobe zu den Oberammergauer Passionsspielen auf einem Esel.

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Oberammergauer Jesus: Peta fordert E-Scooter statt Esel

Der Sohn Gottes auf einem Elektro-Tretroller? Ja, wenn es nach Peta geht. Die Tierrechtsorganisation will, dass der Jesus bei den Oberammergauer Passionsspielen nächstes Jahr auf einem E-Scooter nach Jerusalem einzieht statt auf einem Esel.

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Der Ritt eines erwachsenen Christus-Darstellers auf einem Esel sei tierschutzwidrig, erklärte die Organisation Peta am Donnerstag. "Heutzutage würde Jesus nicht mehr auf einem Esel reisen. Er würde sich vermutlich auf einem E-Roller oder mit einem anderen tier- und umweltfreundlichen Elektromobil fortbewegen", hieß es. Deswegen forderte die Tierschutzorganisation unter anderem den Bürgermeister von Oberammergau im Kreis Garmisch-Partenkirchen auf, bei den Passionsspielen im kommenden Jahr auf Tiere zu verzichten.

Veranstalter verweisen auf historischen Kontext

Die Veranstalter teilten auf Anfrage mit, sich an die gesetzlichen Vorschriften zum Tierschutz zu halten. Die Alternative mit E-Scootern sei nicht denkbar, sagte ein Sprecher, der sich gerade mit den Hauptdarstellern in Israel befindet. Die Passionsspiele stünden in einem historischen Kontext, in dem es noch keine Elektrofahrzeuge gegeben habe.

Hintergrund: Oberammergauer Passionsspiele

Rund 2.400 Oberammergauer werden das Laienspiel vom Leiden, Sterben und der Auferstehen Jesu vom 16. Mai bis 4. Oktober 2020 aufführen. Wie immer wird Spielleiter Christian Stückl auch heuer die Darsteller zu Höchstleistungen anfeuern. Es geht auf ein Pestgelübde zurück. 1633 hatten die Oberammergauer versprochen, alle zehn Jahre die Geschichte der letzten Tage im Leben Christi aufzuführen, wenn niemand mehr an der Pest sterbe - was nach der Überlieferung eintraf. Mit 4.500 Sitzplätzen im überdachten Zuschauerraum ist das Passionstheater Oberammergau der Gemeinde zufolge die größte Freiluftbühne mit überdachtem Zuschauerraum der Welt. Erwartet werden knapp eine halbe Million Besucher.

© BR

Vor den Passionsspielen in Oberammergau gibt's häufig Streit - diesmal geht's um den geplanten Umbau des Bühnenhauses und der Kulissen. Umbaugegner wollen, dass die Bausubstanz aus dem Jahre 1930 erhalten bleibt.