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Obduktionsergebnis in Passau: Armbrustschüsse in Herz und Hals | BR24

© BR/Martin Gruber

Im Fall der drei in einer Passauer Pension mit Armbrustbolzen getöteten Menschen liegt ein vorläufiges Obduktionsergebnis vor. Demnach wurden der Mann und die Frau, die gemeinsam in einem Bett lagen, jeweils durch einen Schuss ins Herz getötet.

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Obduktionsergebnis in Passau: Armbrustschüsse in Herz und Hals

Nach dem Armbrust-Drama in einer Pension in Passau haben die Ermittler erste Obduktions-Ergebnisse veröffentlicht. Demnach deutet alles auf einen erweiterten Suizid hin.

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Im Fall der drei in einer Passauer Pension mit Armbrustbolzen getöteten Menschen liegt ein vorläufiges Obduktionsergebnis vor. Demnach wurden der Mann und die Frau, die gemeinsam in einem Bett lagen, jeweils durch einen Schuss ins Herz getötet, wie die Ermittler mitteilten.

Bei der 30-Jährigen, die in dem Zimmer auf dem Boden lag, sei ein Schuss in den Hals sofort tödlich gewesen. Bei der Untersuchung ergaben sich keine Hinweise auf eine mögliche Auseinandersetzung zwischen den Beteiligten. Eine Beteiligung von möglichen weiteren Personen kann bislang weiterhin ausgeschlossen werden.

Tödliche Schüsse mit Armbrust ins Herz

Die beiden Leichen im Bett hätten weitere Bolzen aufgewiesen, die den Erkenntnissen nach jedoch erst nach den tödlichen Schüssen ins Herz abgeschossen worden seien. Bei keiner der drei Leichen gebe es Kampf- oder Abwehrspuren. Wie Oberstaatsanwalt Walter Feiler dem Bayerischen Rundfunk am Morgen bestätigte, sieht es bei den drei Toten in Passau nach den Ergebnissen der rechtsmedizinischen Untersuchung immer mehr nach einem gemeinsamen Selbstmord aus. Es deute alles darauf hin, dass die 30-Jährige erst die beiden anderen und dann sich selbst erschossen habe.

Testamente im Pensionszimmer gefunden

Die Staatsanwaltschaft hat bestätigt, dass der Mann und die beiden Frauen Freitagabend aus Österreich nach Passau gekommen sind und sich auch in Österreich eine der drei Armbrüste gekauft haben, die am Tatort in Passau gefunden worden sind.

Zudem sind in dem Pensionszimmer zwei Testamente gefunden worden, die von den beiden im Bett liegenden Personen stammten, so Feiler. Die genauen Todesumstände sind weiterhin unklar. Mitarbeiter der Pension hatten am Samstag den 53-jährigen Mann und zwei 33 und 30 Jahre alte Frauen tot in einem Zimmer gefunden. Die Ermittler stellten drei Armbrüste sicher.

Weitere Leichen in Niedersachsen

Am Montag entdeckten Ermittler dann in der Wohnung der 30-Jährigen in Wittingen in Niedersachsen zwei Leichen. Bei den beiden toten Frauen wurden laut Polizei keine Armbrüste oder Bolzen gefunden. Eine der beiden toten Frauen, die in Wittingen gefunden wurden, ist die 35 Jahre alte Lebensgefährtin der 30-Jährigen. Die zweite entdeckte Tote ist eine 19-Jährige, die in dem Ort gemeldet war und aus Rheinland-Pfalz stammte. In welcher Beziehung sie zu dem Frauenpaar stand, ist noch unklar.

Wie ein Sprecher der Polizei in Gifhorn auf Anfrage des Bayerischen Rundfunks bestätigt, sind die beiden Frauen in Wittingen (Lkr. Gifhorn) ohne Fremdeinwirkung gestorben. Die Staatsanwaltschaft Hildesheim hat am Dienstagnachmittag die Ergebnisse der Obduktion der beiden Frauen bekanntgegeben: Der Todeszeitpunkt der 35-jährigen Lehrerin und der 19-Jährigen liegt demnach einige Tage zurück. Es wurden keinerlei Hinweise auf äußere Gewaltanwendungen gegen die beiden Frauen gefunden, heißt es.

Vermisste in Wittingen

Eine Lehrerin der Grund- und Oberschule Wittingen mit den Fächern Deutsch und Religion gilt nach Angaben der niedersächsischen Landesschulbehörde als vermisst. Seelsorger seien in der Schule, um Schüler, Lehrer und Mitarbeiter zu unterstützen, sagte eine Behördensprecherin. Den Zusammenhang zum Passauer Armbrust-Fall wollte sie nicht bestätigen und verwies auf die Passauer Staatsanwaltschaft.

Anmerkung der Redaktion: Aufgrund der hohen Nachahmerquote berichten wir in der Regel nicht über Suizide oder Suizidversuche, außer sie erfahren durch die Umstände besondere Aufmerksamkeit. Wenn Sie selbst unter Stimmungsschwankungen, Depressionen oder Selbstmordgedanken leiden oder Sie jemanden kennen, der daran leidet, können Sie sich bei der Telefonseelsorge helfen lassen. Sie erreichen sie telefonisch unter 0800/111-0-111 und 0800/111-0-222 oder im Internet auf www.telefonseelsorge.de.

© BR

Zum Armbrust-Drama in Passau liegt der vorläufige Obduktionsbericht der Rechtsmedizin München vor. Laut Oberstaatsanwalt Walter Feiler wurden die Opfer durch Schüsse in Hals und Herz tödlich verletzt.