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Obdachlose können nun ganzjährig in Bayernkaserne übernachten | BR24

© dpa / Amelie Geiger

Ein Obdachloser in der Nachtunterkunft für Obdachlose auf dem Gelände der ehemaligen Bayernkaserne in München.

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    Obdachlose können nun ganzjährig in Bayernkaserne übernachten

    In München gibt es heute mehr als drei Mal so viele wohnungslose Menschen wie vor zehn Jahren. Künftig können Obachlose ganzjährig den "Übernachtungsschutz" in der ehemaligen Bayernkaserne nutzen.

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    Im Sozialreferat spricht man von beinahe 9.000 wohnungslosen Menschen in München, darunter geschätzt 550 Menschen, die auf der Straße leben. Diese Menschen können nun ganzjährige in der ehemaligen Bayernkaserne übernachten, denn das Pilotprojekt wird zur dauerhaften Einrichtung. Das hat der Sozialausschuss des Stadtrats jetzt beschlossen.

    Keine Unterscheidung mehr zwischen Sommer-Übernachtungsschutz und Kälteschutzprogramm

    Während es früher nur das Kälteschutzprogramm im Winter gab, wurde das Angebot kostenloser Übernachtungsmöglichkeiten heuer erstmals auch auf die wärmere Jahreszeit ausgedehnt.

    Von Mai bis Juli haben es im Schnitt 271 Männer, 45 Frauen und Elternteile mit Kindern genutzt. Im September und Oktober, als es kälter wurde, stiegen die Zahlen noch etwas an, wie das Sozialreferat berichtet. Nun werde aber nicht mehr zwischen Sommer-Übernachtungsschutz und Kälteschutzprogramm unterschieden.

    Betreiber: Evangelisches Hilfswerk München

    Betrieben wird der ganzjährige Übernachtungsschutz vom Evangelischen Hilfswerk München. Noch bis 2023 sind die Übernachtungsplätze im Haus 12 auf dem Gelände der ehemaligen Bayernkaserne und danach in einem geplanten Neubau an der Lotte-Branz-Straße.

    Zusätzlich bekommt München einen sogenannten Wärmebus. Streetworker können damit Obdachlose, vor allem in kalten Winternächten, kurzfristig in eine Unterkunft fahren.

    "Über den Wärmebus stellen wir künftig sicher, dass Menschen, die es nicht selbst schaffen, in die Bayernkaserne zu kommen, dort hingefahren werden können. Die Menschen erhalten dann dort nicht nur einen warmen Platz zum Schlafen, sondern auch eine Beratung, um die Perspektiven in München zu klären und die Lebenssituation längerfristig zu verbessern." Sozialreferentin Dorothee Schiwy