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München, Nürnberg, Augsburg: OB-Stichwahlen zwischen CSU und SPD | BR24

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Die Wahlbeteiligung ist im Vergleich zur letzten Kommunalwahl vor sechs Jahren spürbar gestiegen. Zur Wahl standen alle Gemeinderäte, Stadträte und Kreistage im Freistaat. Und fast überall auch die Bürgermeister.

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München, Nürnberg, Augsburg: OB-Stichwahlen zwischen CSU und SPD

In Bayerns größten Städten werden die OB-Wahlen in Stichwahlen entschieden: In München, Nürnberg, Augsburg, Regensburg und Ingolstadt erreichte keiner der Kandidaten die absolute Mehrheit. Überschattet wurden die Kommunalwahlen von der Corona-Krise.

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Bei der Oberbürgermeisterwahl in München hat Amtsinhaber Dieter Reiter nach Auszählung fast aller Gebiete mit 47,9 Prozent zwar mit großen Abstand die meisten Stimmen bekommen. Er muss aber in die Stichwahl gegen Kristina Frank (CSU), die bei 21,3 Prozent liegt.

Die CSU-Kandidatin ließ damit für viele überraschend Katrin Habenschaden (20,7 Prozent) von den Grünen hinter sich. In BR Fernsehen gratulierte Habenschaden ihrer Konkurrentin Frank zum Einzug in die Stichwahl. Bei der Wahl des neuen Münchner Stadtrats schnitten die Grünen dagegen offenbar besser ab - laut dem aktuellen Zwischenstand könnten sie mit rund 29 Prozent sogar stärkste Fraktion werden. Das Endergebnis soll am Montagnachmittag fertig ausgezählt sein.

Nürnberg: König und Brehm fast gleichauf

In Nürnberg wird über die Nachfolge des langjährigen Oberbrügermeisters Ulrich Maly (SPD) ebenfalls erst eine Stichwahl entscheiden: Der Vorsitzende der CSU-Rathausfraktion, Marcus König, erhielt in der einstigen SPD-Hochburg 36,5 Prozent, der Nürnberger SPD-Chefs Thorsten Brehm kam auf 34,9 Prozent. Die Grünen-Landtagsabgeordnete Verena Osgyan schaffte es mit 15,1 Prozent nicht in die Stichwahl.

CSU-Kandidatin in Augsburg am stärksten

Auch in der drittgrößten bayerischen Stadt Augsburg kandidierte mit Kurt Gribl (CSU) der bisherige Oberbürgermeister kein weiteres Mal. Bei der Abstimmung heute wurde die bisherige Bürgermeisterin Eva Weber 43,1 Prozent klar stärkste Kandidatin und steht in der Stichwahl gegen den SPD-Kandidat Dirk Wurm (18,8 Prozent), der Martina Wild von den Grünen (18,5 Prozent) hinter sich ließ.

Regensburg: Wolbergs verpasst Stichwahl

Mit besonderer Spannung wurde die Abstimmung in Regensburg erwartet, die im Schatten der Korruptionsaffäre um den suspendierten Oberbürgermeister Joachim Wolbergs stand. Astrid Freudenstein (CSU) erhielt 29,5 Prozent und muss in die Stichwahl gegen Gertrud Maltz-Schwarzfischer (SPD), die auf 22,2 Prozent kam. Wolbergs, der nicht mehr für die SPD antrat, sondern mit seinem eigens gegründeten Verein "Die Brücke e.V.", erhielt bei 17,7 Prozent.

Ingolstadt: Lösel und Scharpf fast gleichauf

Der Ingolstädter Oberbürgermeister Christian Lösel (CSU) verpasste anders als vor sechs Jahren dieses Mal die absolute Mehrheit im ersten Wahlgang. Er bekam 33,8 Prozent, SPD-Herausforderer Christian Scharpf landete mit 33,6 Prozent knapp dahinter.

Der Wahlkampf in Ingolstadt war durch die Verurteilung des früheren CSU-Oberbürgermeisters Alfred Lehmann vor wenigen Monaten in einem Korruptionsprozess überschattet worden, Lehmann erhielt eine zweijährige Bewährungsstrafe.

Würzburg: Weiterhin einziger bayerischer CDU-OB

Bereits fest steht dagegen der Würzburger Bürgermeister: Amtsinhaber Christian Schuchardt, einziger CDU-Oberbürgermeister in Bayern, erhielt mit 52,0 Prozent die absolute Mehrheit. Auf Platz zwei landete der Grünen-Kandidat Martin Heilig mit 32,2 Prozent. Kerstin Westphal von der SPD erreichte 4,9 Prozent. CDU-Politiker Schuchardt wird unter anderem von der CSU und FDP unterstützt.

Kommunalwahlen im Zeichen der Corona-Krise

Die bayerischen Kommunalwahlen wurden von der Corona-Krise überschattet. Einige Wahllokale wurden aus Seniorenheimen in Schulen oder eigens aufgestellte Zelte verlegt, in vielen Wahllokalen standen Desinfektionsmittel bereit, der Abstand zwischen Wahlkabinen wurde vergrößert. Vereinzelt waren in den Wahllokalen sowohl Wähler als auch Wahlhelfer mit Handschuhen zu sehen.

Wegen des Coronavirus fielen darüber hinaus zahlreiche Wahlhelfer aus. Die Stadt München beispielsweise verpflichtete am Samstag spontan per Allgemeinverfügung Lehrer als Wahlhelfer. In Ingolstadt wirkten sich zahlreiche Ausfälle von Wahlhelfern auf die Übermittlung der Zahlen zur Wahlbeteiligung aus.

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