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OB-Kandidat der AfD in Straubing tritt aus Partei aus | BR24

© dpa-Bildfunk / Daniel Karmann

OB-Kandidat der AfD in Straubing tritt aus Partei aus

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OB-Kandidat der AfD in Straubing tritt aus Partei aus

Simon Bucher, der AfD-Kandidat für die Oberbürgermeisterwahl in Straubing ist aus der AfD ausgetreten. Als Gründe nennt der 24-Jährige "rechtsextreme Tendenzen einzelner anderer Kandidaten der Stadtratsliste in Straubing".

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Der AfD-Kandidat für das Amt des Oberbürgermeisters in Straubing, Simon Bucher, ist aus der Partei ausgetreten. Spitzenkandidat der AfD-Liste will der 24-jährige Restaurantfachmann allerdings bleiben und das mögliche Stadtratsmandat auch antreten. Als Begründung für diesen Schritt nannte Bucher im Gespräch mit dem Bayerischen Rundfunk "rechtsextreme Tendenzen einzelner anderer Kandidaten der Stadtratsliste in Straubing". Zuerst hatte das Straubinger Tagblatt darüber berichtet.

Bucher von AfD-Bundestagsabgeordneter Miazga gekündigt

Bucher ist seit 2018 auch hauptamtlicher Mitarbeiter im Büro der AfD-Bundestagsabgeordneten und Landesvorsitzenden Corinna Miazga, allerdings ist er derzeit krankgeschrieben. Miazga reagierte mit einer Pressemitteilung auf den Partei-Austritt ihres Mitarbeiters. Demnach habe sie Bucher abgemahnt und inzwischen gekündigt. Seine Vorwürfe bezeichnet sie "als üble Nachrede und reines Ablenkungsmanöver von seinen sehr persönlichen Beweggründen".

Wie es in der Mitteilung weiter heißt, ist Buchers Kandidatur zur Kommunalwahl nicht mehr rückgängig zu machen. Miazga rief deshalb dazu auf, seinen Namen auf dem Wahlzettel durchzustreichen und ihn nicht als Oberbürgermeister zu wählen. Eine Zusammenarbeit werde es mit ihm nicht geben. Miazga forderte Bucher auf, sein voraussichtliches Stadtratsmandat niederzulegen.

Der AfD-Kreisvorsitzende für Straubing und Regen, Johann Müller aus Geiersthal im Landkreis Regen, zeigte sich über den Schritt Buchers verwundert. Bucher war auch Schriftführer dieses Kreisverbands.

AfD-Kandidaten sollen rassistische Facebook-Posts geteilt haben

Tieferer Grund für den Austritt aus der AfD waren nach Buchers Angaben Facebook-Posts anderer Stadtratskandidaten, die er "herabwürdigend und rassistisch" sowie "verfassungsfeindlich" nannte. Er bezeichnete die Entwicklung der vergangenen vier Wochen dennoch als "sehr überraschend", verwies aber darauf, dass er selbst in der Aufstellungsversammlung gegen bestimmte AfD-Stadtratskandidaten gestimmt hatte. Bucher unterstrich, dass die AfD nach seiner Meinung "nicht in Gänze rechtsextremistisch ist".

© BR

Simon Bucher, OB-Kandidat der AfD in Straubing, erklärt warum er so kurz vor der Wahl aus der AfD austritt

Parteispitze kritisierte Bucher für Teilnahme an Harman-Demonstration

Als weiteren Grund für den Austritt nannte Bucher Kritik der AfD-Parteispitze an seinem Engagement für die von Entlassung bedrohten Mitarbeiter des Autozulieferers Harman. Nach der Teilnahme an einer Demonstration der IG Metall für die Harman-Mitarbeiter sei ihm gesagt worden, er solle sich nicht "mit diesem linken Pack beschäftigen".

Polizeiliche Ermittlungen gegen Bucher

Bucher und das Polizeipräsidium Straubing bestätigten Informationen, wonach nach einer Anzeige der Linken derzeit Ermittlungen wegen Sachbeschädigung und Diebstahl gegen ihn laufen. Er hatte nach eigenen Angaben ein Plakat der Linken, das nach einem Sturm auf dem Boden lag, aufgehoben und in seinem Auto gelagert. Dort wurde es fotografiert. Bucher sagt, er hätte das Plakat wieder aufhängen wollen. Diese Angaben bezeichnete der AfD-Kreisvorsitzende Müller im BR-Gespräch als "glaubwürdig". Bucher bestritt, dass die polizeilichen Ermittlungen gegen ihn etwas mit seinem Parteiaustritt zu tun haben.

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