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Bildrechte: Michael Reitzenstein

Nach dem Hochwasser hofft auch der Markt Reichenberg auf Soforthilfen vom Freistaat.

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    Nur zwei unterfränkische Kreise bekommen Hochwasser-Soforthilfe

    Das bayerische Finanzministerium hat Soforthilfen für Hochwassergeschädigte in acht bayerischen Landkreisen in Aussicht gestellt. Mit dabei sind die Landkreise Kitzingen und Schweinfurt. Andere Kreise gehen leer aus. Das ruft Kritik hervor.

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    Von
    • Julia Kuhles
    • Pirmin Breninek

    Betroffene des Hochwassers können ab jetzt Soforthilfen in den jeweiligen Landratsämtern beantragen. Das hat das Bayerische Finanzministerium bekannt gegeben. In Unterfranken sind allerdings nur Hochwassergeschädigte der Landkreise Kitzingen und Schweinfurt antragsberechtigt. Bürgerinnen und Bürger der ebenfalls betroffenen Landkreise Haßberge und Würzburg gehen bislang leer aus. Landtagsabgeordnete und Kommunalpolitiker üben Kritik.

    Soforthilfe für aktuell acht bayerische Landkreise

    Zum Beispiel hat sich der unterfränkische SPD-Landtagsabgeordnete Volkmar Halbleib in einem Schreiben an Ministerpräsident Markus Söder gewandt. Darin fordert er, die beschlossenen sowie weitere zusätzliche Hilfen für alle Betroffenen zugänglich zu machen. Auch den Kommunen sollten für die Schäden an der Infrastruktur zusätzliche Fördermittel zur Verfügung gestellt werden, so Halbleib weiter.

    Aktuell gilt die Soforthilfe für insgesamt acht bayerische Landkreise. Aufwändige Nachweise seien nicht erforderlich, kündigte Finanz- und Heimatminister Albert Füracker (CSU) an. Entsprechende Formulare könnten bei den Landratsämtern direkt ausgefüllt oder abgegeben werden. Die Auszahlung erfolge per Überweisung oder nach Absprache sogar in bar.

    Haßberge erhalten keine Soforthilfen

    Auch Steffen Vogel (CSU), Landtagsabgeordneter für den Stimmkreis Haßberge, ist offensichtlich verwundert. "Zu meiner großen Verwunderung war der Landkreis Haßberge nicht dabei, was mir unverständlich ist", heißt es in einer Mitteilung. Vogel hofft, dass die Haßberge noch zur Liste der Kreise hinzugefügt werden. Diese sei nach seinen Informationen noch nicht "abschließend". Voraussetzung für die Zuwendung ist nach Ministeriumsangaben, dass ein 100-jähriges Hochwasserereignis vorliegt. "Dies ist bei uns im Landkreis nach meiner Einschätzung der Fall", so Vogel. Das Ministerium bestätigt auf Anfrage, dass noch weitere Landkreise hinzukommen könnten.

    Landkreise Schweinfurt und Kitzingen erstellen Formulare

    Unterdessen haben die Landkreise Schweinfurt und Kitzingen bereits entsprechende Antragsformulare vorbereitet, die auch auf den jeweiligen Internetseiten abgerufen werden können. Zur Linderung der ersten Not soll eine Soforthilfe, zum Beispiel für die Wiederbeschaffung von zerstörtem Hausrat, von bis zu 5.000 Euro an betroffene Haushalte ausgezahlt werden, so das Finanzministerium. Hinzu komme eine Soforthilfe für "Ölschäden an Gebäuden" von bis zu 10.000 Euro. Bei Versicherbarkeit der Schäden gelte für Nichtversicherte jeweils ein Abschlag von 50 Prozent. Versicherungsleistungen werden auf die staatlichen Hilfen angerechnet. In besonderen Fällen, in denen Menschen durch die Überschwemmungen in existenzielle Notlagen kommen, seien noch umfangreichere Hilfen möglich.

    Reichenberger Bürgermeister hofft weiterhin auf Hilfen

    Teils massive Schäden an Haushalten sind auch in Reichenberg im Landkreis Würzburg entstanden. Der dortige Ortskern war innerhalb von sechs Tagen zweimal überflutet. Nach aktuellem Stand hätte jedoch auch Reichenberg keinen Anspruch auf Soforthilfe. "Das hat uns schon ein bisschen schockiert", sagt Reichenbergs Bürgermeister Stefan Hemmerich (SPD). Er hoffe, dass die Staatsregierung ihre Entscheidung noch einmal überdenkt. "Sicher ist es so, dass der gesamte Landkreis hier nicht stark betroffen war. Aber wir halt eben schon."

    Unabhängig vom Hochwasser vor einer Woche laufen in Reichenberg Planungen mit der Stadt Würzburg. Beide Rathäuser wollen ein gemeinsames Hochwasserschutzkonzept erarbeiten. Zum Beispiel sollen zusätzliche Rückhalteflächen dafür sorgen, dass Wasser zukünftig weniger geballt als vor einer Woche in den Ort strömt. Die Idee zum gemeinsamen Konzept mit der Stadt Würzburg entstand durch die geografischen Gegebenheiten. Wasser, das durch Reichenberger Gemarkung fließt, kommt wenig später im Würzburger Stadtteil Heidingsfeld an. Dort mündet es in den Main.

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