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Nach der Stadt München überspringt auch das Berchtesgadener Land die Obergrenze bei den Corona-Neuinfektionen. Damit steigt die Zahl der bayerischen Hotspots auf sechs. Augsburg dürfte bald folgen.

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Nun sechs Hotspots: Corona-Lage in Bayern verschärft sich weiter

Nach der Stadt München überspringt auch das Berchtesgadener Land die Obergrenze bei den Corona-Neuinfektionen. Damit steigt die Zahl der bayerischen Hotspots auf sechs. Augsburg dürfte bald folgen.

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Von
  • Dirk Vilsmeier

In Bayern gibt es derzeit sechs Corona-Hotspots – Orte also, an denen die sogenannte 7-Tage-Inzidenz auf über 50 gestiegen ist. Am Montag wurde bekannt, dass neben München auch das Berchtesgadener Land den kritischen Grenzwert gerissen hat. Zuvor war schon in den Städten Memmingen und Rosenheim und den Landkreisen Regen und Fürstenfeldbruck die Schwelle von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche überschritten worden.

Von den größten Städten in Bayern ist möglicherweise bald auch Augsburg betroffen. Hier liegt der Inzidenzwert bei 49. Die Stadtverwaltung rechnet damit, dass der Schwellenwert von 50 spätestens am Mittwoch überschritten wird.

Über dem Warnwert von 35 liegen laut dem Landesamt für Gesundheit auch die Städte Nürnberg, Regensburg, Schweinfurt, Ingolstadt und Amberg sowie die Landkreise Rottal-Inn, Tirschenreuth, Neu-Ulm, Cham und Ebersberg.

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Berchtesgaden: 7-Tage-Inzidenz steigt auf fast 58

Im Landkreis Berchtesgaden sind seit dem vergangenen Freitag weitere 45 Corona-Infektionen festgestellt worden. Damit hat sich dort die Zahl der Menschen, die sich offiziell mit dem Virus angesteckt haben, auf 61 erhöht. Die 7-Tage-Inzidenz ist aktuell auf 57,6 gestiegen.

Derzeit werden vom Gesundheitsamt die Kontaktpersonen ermittelt und notwendige Maßnahmen eingeleitet. Dazu gehört beispielsweise die häusliche Quarantäne für die Betroffenen. Verschärfte Corona-Regeln werden am Dienstag bekanntgegeben.

Zu den Ursachen des Infektionsgeschehens und den möglichen Konsequenzen äußerte sich Berchtesgadens Bürgermeister Franz Rasp auf Facebook. Die steigenden Zahlen seien auf "Nachlässigkeiten im privaten Bereich" zurückzuführen.

Auch München gehört erneut zu den Corona-Risikogebieten

In München ist zum zweiten Mal in den vergangenen Wochen der Inzidenzwert auf über 50 gestiegen – konkret 50,6. Oberbürgermeister Dieter Reiter sagte, dass die Stadt an einem entscheidenden Punkt stehe. Wenn es jetzt nicht gelinge, die Ausbreitung des Virus einzudämmen, dann werde das "wesentlich drastischere Maßnahmen" nach sich ziehen.

Zunächst setzt München auf diese Maßnahmen: In Gaststätten darf nach 22:00 Uhr kein Alkohol mehr ausgeschenkt werden, wie das Rathaus mitteilte. Am nächsten Wochenende gilt an mehreren bekannten Treffpunkten erneut ein abendliches Freiluft-Trinkverbot. In der Innenstadt müssen Fußgänger auf dem Marienplatz, am Stachus und einigen weiteren Örtlichkeiten wieder Masken tragen. Treffen sind – egal ob privat, im Freien oder an einem Lokaltisch – nur noch mit bis zu fünf Personen oder mit Angehörigen des eigenen Hausstands, Partnern, Verwandten "in gerader Linie", Geschwistern und Angehörigen eines weiteren Hausstands erlaubt.

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Landkreis Regen bei Inzidenzwert von 90

In Fürstenfeldbruck und Memmingen liegt die 7-Tage-Inzidenz derzeit bei knapp 59, in der Stadt Rosenheim bei fast 68 und im Landkreis Regen ist der Wert mittlerweile auf 90 gestiegen, nachdem am Nachmittag zehn weitere Fälle bekannt wurden. In Rosenheim gelten seit Samstag striktere Corona-Regeln.

Seit heute gilt auch im Landkreis Regen eine Allgemeinverfügung mit strengeren Schutzvorschriften. Demnach ist unter anderem die Teilnehmerzahl für Veranstaltungen innen auf 25, außen auf 50 beschränkt.

Viele Schüler müssen außerdem ab Dienstag wieder regelmäßig von zu Hause aus lernen. Die meisten Schulen könnten den geforderten Abstand von 1,5 Metern zwischen den Kindern nicht einhalten und teilten die Klassen auf, erklärte der Leiter des Schulamts Regen, Walter Kloiber. "Der Unterricht wird in der Regel aber nicht reduziert, sondern stundenplanmäßig stattfinden", betonte Kloiber. Schon seit heute gilt im Landkreis Regen Maskenpflicht im Unterricht.

Die Verwaltung in Regen weist darauf hin, dass unabhängig von den steigenden Corona-Zahlen im Landkreis Urlaubsgäste anreisen dürfen. Vermieter müssen allerdings das geltende Beherbergungsverbot beachten. Die Allgemeinverfügung gilt zunächst bis kommenden Sonntag, den 18.10.

Landkreis Fürstenfeldbruck verschärft Corona-Regeln

Im Landkreis Fürstenfeldbruck dürfen sich in dem Landkreis im öffentlichen Raum ab Dienstag nur noch Angehörige zweier Hausstände oder maximal fünf Personen gemeinsam aufhalten. An Veranstaltungen in geschlossenen Räumen dürfen nur noch 25 Personen teilnehmen, unter freiem Himmel 50. In Krankenhäusern, Pflegeheimen und Behinderteneinrichtungen werden die Besuchsregeln verschärft. Zugelassen ist fortan nur noch eine Person zu genau festgelegten Besuchszeiten. An allen weiterführenden und beruflichen Schulen im Landkreis, die im Zeitraum vom 05.10.2020 bis zum 19.10.2020 von einem Infektionsgeschehen betroffen waren oder sind, wird der Unterricht ab der fünften Klasse in festen Klassenverbänden durchgeführt. Ein klassenübergreifender Unterricht ist nicht möglich.

Memmingen begrenzt Zahl der Feiernden

Auch Memmingen reagierte mit einer Allgemeinverfügung auf die steigenden Zahlen. "Überwiegend handelt es sich um Infektionen im familiären Bereich", sagte Oberbürgermeister Manfred Schilder. "Leider ist das Infektionsgeschehen aber nicht klar eingrenzbar." Die Teilnehmerzahl bei Feiern wird nun weiter begrenzt. Schulen und Kindertagesstätten sollen erst einmal unangetastet bleiben.

Augsburg spielt ohne Zuschauer gegen Leipzig

Da Augsburg damit rechnet, dass die Obergrenze von 50 Fällen auf 100.000 Einwohner diese Woche überschritten wird, wurde jetzt schon festgelegt, dass das Bundesliga-Fußball-Spiel Augsburg – Leipzig am Samstag ohne Zuschauer stattfinden wird.

💡 Was bedeutet die "Sieben-Tage-Inzidenz"?

Die Sieben-Tage-Inzidenz zeigt an, wie viele Menschen in einer Stadt oder einem Landkreis in einem Zeitraum von sieben Tagen positiv auf das Coronavirus getestet wurden. Um den Wert vergleichbar zu machen, wird er pro 100.000 Einwohner angegeben. Berechnet wird er ganz einfach: Man addiert die täglich gemeldeten Neuinfektionen der vorangegangenen sieben Tage, teilt die Summe durch die Einwohnerzahl von Stadt oder Landkreis und multipliziert dies mit 100.000. Im Mai haben Bund und Länder die Sieben-Tage-Inzidenz als Richtwert für lokale Corona-Maßnahmen festgelegt.

In Bayern gibt es einen Frühwarnwert: Ab 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in sieben Tagen sollten Städte und Gemeinden Maßnahmen zur Eindämmung überprüfen. Ab dem bundesweiten Grenzwert von 50 Neuinfektionen sollten Lockerungen zurückgenommen werden. (BR24)

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Debatte um einheitliche Corona-Maßnahmen in Deutschland

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