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Nürnbergerin macht sich für Frauen-Straßennamen stark | BR24

© picture-alliance/ dpa

Eine Nürnberger Historikerin fordert mehr Frauen-Straßennamen.

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    Nürnbergerin macht sich für Frauen-Straßennamen stark

    Nicht einmal vier Prozent aller Straßen in Nürnberg, die nach Personen benannt sind, tragen den Namen von Frauen. Die Namen männlicher Persönlichkeiten sind demnach extrem dominant. Diesem Ungleichgewicht möchte eine Historikerin nun entgegenwirken.

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    Von
    • Florian Deglmann

    Nadja Bennewitz aus Nürnberg ist Historikerin und setzt sich insbesondere mit Frauen- und Geschlechtergeschichte auseinander. In diesem Zusammenhang stellt sie fest, dass der Anteil der Straßen, die in Nürnberg nach Frauen benannt sind, verschwindend klein ist. Lediglich 49 weibliche historische Persönlichkeiten haben es bislang auf ein Straßenschild gebracht. Dem gegenüber stehen 1.324 männliche Vertreter.

    Nürnberger Wunschliste für Frauen-Straßennamen

    Dass sich dieses einseitige Verhältnis nicht von heute auf morgen ausgleichen lässt, ist klar. Dennoch möchte Nadja Bennewitz dafür sorgen, dass sich etwas ändert und hat deshalb eine "Wunschliste für die Zukunft" auf den Weg gebracht. Hierfür konnten Nürnbergerinnen und Nürnberger Vorschläge einbringen.

    Historikerin: Straßen nur noch nach Frauen benennen

    Bereits 2018 wurde Bennewitz von der Stadt Nürnberg beauftragt, Vorschläge zu liefern, welche bedeutenden historischen Frauen für Straßennamen in Frage kämen. Damals erstellte sie eine Liste mit rund 50 Namen und Kurzbiografien, die den Verantwortlichen der Stadt noch immer vorliegt.

    Dennoch, so sagte sie dem BR im Gespräch, werden seitdem immer noch regelmäßig Straßen nach Männern benannt. In ihren Augen müsse man in den kommenden Jahren ausschließlich die Namen weiblicher Persönlichkeiten für Straßen und Plätze verwenden. Und selbst dann würde es "Jahrhunderte dauern", ein Gleichgewicht im städtischen Straßennetz herzustellen: "So groß kann Nürnberg gar nicht werden." Und selbst wenn, würden sich neue Straßen und Plätze in der Peripherie befinden, im Stadtinneren fänden Frauennamen weiterhin keinen beziehungsweise kaum Platz.

    Umbenennungen von Straßen und Plätzen denkbar

    Helfen könnten allerdings auch Umbenennungen diverser Straßen oder zumindest die Ergänzung gewisser Namen mit Erklärtafeln, sagt Bennewitz. Als Beispiel nennt sie die Pirckheimerstraße im Nürnberger Norden: "Hier könnte man ergänzen: 'in Gedenken an die Geschwister Willibald und Caritas Pirckheimer', um die bedeutende Humanistin Caritas Pirckheimer noch einmal mithervorzuheben."

    Appell an Nürnberger Stadtrat

    Allzu optimistisch ist Bennewitz jedoch nicht, dass es in Nürnberg zukünftig wesentlich mehr Straßen geben wird, die nach Frauen benannt sind. Dennoch stehe sie in gutem Austausch zur Frauenbeauftragten der Stadt und hofft auf politische Unterstützung.

    Deswegen werde sie eventuell auch einmal im Stadtrat sprechen, um die Stadträtinnen und Stadträte für das Thema zu sensibilisieren. Durch Aktionen wie die "Wunschliste für die Zukunft" hofft sie, auch in der Bevölkerung die notwendige Aufmerksamkeit für Geschlechterdemokratie im städtischen Erinnerungsraum zu wecken.

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