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Nürnbergerin in der Türkei festgenommen | BR24

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Die Nürnbergerin Senem Kartal ist in der Türkei verhaftet worden. Das hat ein Sprecher des Auswärtigen Amtes in Berlin auf BR-Nachfrage bestätigt. Die Hintergründe dazu sind völlig unklar.

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Nürnbergerin in der Türkei festgenommen

Die Nürnbergerin Senem Kartal ist in der Türkei verhaftet worden. Das hat ein Sprecher des Auswärtigen Amtes in Berlin auf BR-Nachfrage bestätigt. Die Hintergründe dazu sind völlig unklar.

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Das Auswärtige Amt in Berlin hat bestätigt, dass die Nürnbergerin Senem Kartal seit dem vergangenen Wochenende in der Türkei in Haft sitzt. Sie werde dort konsularisch betreut. Zu den Gründen ihrer Festnahme könne keine Aussage getroffen werden, so der Sprecher.

In Linker Liste Nürnberg aktiv

Die 56-jährige Senem Kartal ist seit Jahren in der Linken Liste Nürnberg aktiv und engagiert sich für eine fortschrittliche Integrationspolitik und ein buntes Nürnberg. Ihre Parteikollegin Marion Padua, die im Nürnberger Stadtrat sitzt, zeigte sich entsetzt nach der Festnahme.

"Das zeigt, dass Erdogans Arm bis nach Nürnberg reicht." Marion Padua, Stadträtin der Linken Liste Nürnberg

Verhaftungen von linken Aktivisten

Marion Padua wisse auch nicht, warum Senem Kartal verhaftet wurde. Es habe jedoch in der Vergangenheit zahlreiche Verhaftungen von linken Aktivisten in der Türkei gegeben, so Padua.

Kurdischer Verein

Die 56-jährige Senem Kartal ist Kurdin und in der kurdischen Gemeinde Nürnbergs aktiv, dem Medya Volkshaus e.V.. Auch dieser Verein ist Mitglied in der Linken Liste Nürnberg. Inwieweit dies eine Rolle bei der Verhaftung gespielt haben könnte, ist unklar. Kartal ist Frührentnerin, verheiratet und hat erwachsene Kinder.

Auch Erzieherin festgenommen

Seit dem gescheiterten Putsch vor drei Jahren wurden immer wieder deutsche Staatsbürger in der Türkei festgenommen. In den letzten Tagen auch eine Erzieherin aus Hamburg. Zahlreichen festgenommenen Personen wird vorgeworfen, Propaganda verbreitet zu haben und in einem Verein Mitglied zu sein, der der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK nahe steht.

Auswärtiges Amt warnt

Das Auswärtige Amt warnt Reisende deswegen explizit in den sozialen Medien davor, regierungskritische Aussagen zu teilen oder zu liken.