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© Thomas Seitz / Tiergarten der Stadt Nürnberg
Bildrechte: Thomas Seitz / Tiergarten der Stadt Nürnberg

Auswilderungsprogramm: Erneut wurden Ziesel aus dem Nürnberger Tiergarten in Tschechien ausgewildert und wie hier in ein Erdloch gesetzt.

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    Nürnberger Tiergarten wildert Ziesel in Tschechien aus

    Der Nürnberger Tiergarten hilft in Tschechien einen kleinen Nager vor dem Aussterben zu bewahren. Um den Bestand dort zu retten, wurden in der vergangenen Woche erneut Europäische Ziesel im Norden des Landes ausgewildert.

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    Von
    • Julia Demel

    Der Nürnberger Tiergarten hat das dritte Jahr in Folge Ziesel in Tschechien ausgewildert. Dort seien die kleinen Nagetiere, die zur Gattung der Erdhörnchen zählen, vom Aussterben bedroht. In Deutschland sind sie ausgestorben, heißt es in einer Mitteilung. Der Europäische Ziesel steht als "gefährdet" auf der Roten Liste der gefährdeten Tierarten der IUCN.

    Im Norden Tschechiens ausgewildert

    Vergangene Woche wurden je 14 Männchen und Weibchen, die im Nürnberger Tiergarten geboren und aufgewachsen sind, nach Tschechien gebracht. Dort wurden sie auf einem knapp 340 Meter hohen Hügel in der Nähe der Stadt Děčín ausgesetzt. Děčín liegt im Norden von Tschechien, südlich der Grenze zu Sachsen. Unter Umständen könnten die Tiere so auch wieder nach Deutschland einwandern. Im Erzgebirge kam die Tierart noch bis in die 1980er-Jahre vor.

    Langsam an die Umgebung gewöhnen

    In Tschechien wurden die kleinen etwa 200 bis 400 Gramm schweren Nagetiere entweder in verlassene, mit Futter ausgestattete Baue gesetzt oder in kleine Gehege. Aus diesen sollen sie sich mit der Zeit selbst herausgraben und sich dabei an die neue Umgebung gewöhnen. So hätten sie zunächst einen sicheren Bau und würden davon abgehalten, unvorsichtig davonzurennen und möglicherweise gleich gefressen zu werden. Die Tiere bevorzugen niedrig bewachsene Lebensräume wie Trockenrasengebiete. Ziel des Auswilderungsprojektes sei es, die bestehenden, räumlich getrennten Kolonien zu verstärken und einen genetischen Austausch zu ermöglichen.

    Am eher unteren Ende der Nahrungskette

    Insgesamt hat der Tiergarten Nürnberg seit 2014 bereits 110 Ziesel an Auswilderungsprojekte abgegeben. Solche Projekte müssten langfristig angelegt werden, besonders bei Arten, die wie Ziesel in der Nahrungskette eher unten stehen und daher von Natur aus regelmäßig gefressen werden, teilt der Tiergarten mit. Das gehöre aber auch zu Auswilderungen mit dem Ziel der Wiederherstellung von natürlichen Prozessen dazu.

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