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Nürnberger Theresien-Krankenhaus wirft Spahn Wortbruch vor | BR24

© picture alliance/dpa

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn

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    Nürnberger Theresien-Krankenhaus wirft Spahn Wortbruch vor

    Das St. Theresien-Krankenhaus in Nürnberg erhebt schwere Vorwürfe gegen Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Es bestehe der Verdacht, dass er durch sein Verhalten in der Corona-Krise die Schließung kleiner Kliniken betreibt.

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    In den vergangenen Wochen habe die Klinik aufgrund des politischen Auftrags ihre Versorgungsstrukturen nahezu komplett auf die Versorgung von Covid-19-Patienten ausgerichtet. Spahn habe allerdings sein Wort nicht gehalten, wonach die daraus entstehenden Kosten und Einnahmeverluste angemessen vergütet, beziehungsweise ausgeglichen werden sollten.

    Fallpauschalen „ein schlechter Witz“

    Nun bestehe die Befürchtung, dass Spahn die Coronakrise nutzt, um kleinere Krankenhäuser aus der Krankenhauslandschaft zu entfernen, heißt es in einer Mitteilung des Theresien-Krankenhauses. Dieses Ziel habe Spahn mehrmals in der Vergangenheit formuliert. Die Geschäftsführerin des Theresien-Krankenhauses, Regina Steenbeek-Schacht, wendet sich nun in einem offenen Brief an Spahn. Darin macht sie geltend, dass ihre Klinik sofort nach dem Aufruf von Bundeskanzlerin Angela Merkel Operationen abgesagt und Intensivpflegeplätze für Corona-Patienten eingerichtet habe. Die Fallpauschale von 50 Euro, die die Klinik derzeit für den zusätzlichen Aufwand erhalte, seien aber ein „schlechter Witz“. Dies entspreche gerade dem Wert von acht FFP-2-Schutzmasken.

    Nach der Klinik in Quarantäne

    Auch die reguläre Fallpauschale von circa 2.000 Euro für einen Corona-Patienten sei sehr gering. Man müsse berücksichtigen, dass Patienten oft länger als 14 Tage in der Klinik bleiben müssten. Denn die Patienten könnten oft nach der Behandlung im Krankenhaus nicht zurück nach Hause oder in ihr Heim, weil das Gesundheitsamt im Anschluss an die normale Behandlung auf Quarantänemaßnahmen im Krankenhaus bestehe.