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Stadtratssitzung in der Nürnberger Meistersingerhalle.

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    Nürnberger Stadtrat fordert zweiten NSU-Untersuchungsausschuss

    Bereits 22 Jahre liegt der erste Anschlag des sogenannten "Nationalsozialistischen Untergrunds" NSU in Nürnberg zurück. Viele Fragen sind aber bis heute offen. Deswegen fordert der Nürnberger Stadtrat nun einen zweiten Untersuchungsausschuss.

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    Von
    • Florian Deglmann

    Der Nürnberger Stadtrat fordert weitere Aufklärung rund um die Verbrechen des sogenannten "Nationalsozialistischen Untergrunds" NSU. Eine entsprechende Resolution für einen zweiten Untersuchungsausschuss im Bayerischen Landtag haben die Stadträte bei ihrer Sitzung am Mittwoch in der Meistersingerhalle verabschiedet.

    Viele Erkenntnisse kamen erst mit dem NSU-Prozess

    Die Aufklärung der NSU-Verbrechen sei mit dem Abschluss des Prozesses nicht vollkommen erfolgt, heißt es im Stadtrats-Antrag von CSU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen, Freie Wähler, ÖDP, FDP, Die Partei/Piraten, Politbande, Linke Liste Nürnberg und Die Guten. Die Initiative zu dem Antrag kam von der Partei Die Linke.

    Denn als der erste bayerische Untersuchungsausschuss endete, hatte der Prozess in München noch gar nicht begonnen. Somit fehlten dem Ausschuss wichtige Erkenntnisse und Fakten, die erst im Laufe des Prozesses und durch journalistische Recherchen bekannt wurden, heißt es weiter.

    OB König begrüßt Forderung nach zweitem Untersuchungsausschuss

    Oberbürgermeister Marcus König (CSU) bedankte sich bei den Antragstellern und sprach sich für die lückenlose Aufklärung aus, die man den Opfern und Hinterbliebenen schuldig sei: "Das ist nicht nur ein Zeichen, sondern ein Muss."

    NSU-Unterstützer in Nürnberg weiterhin unbekannt

    Dem Antrag zufolge seien besonders die Umstände des ersten Verbrechens, des Sprengstoffanschlags auf die Gaststätte Sonnenschein im Jahr 1999, nicht vollständig geklärt. Die Unterstützerszene des NSU in Nürnberg sei immer noch nicht aufgedeckt. Auch hier müssten Hintergründe und Netzwerke aufgeklärt werden.

    Allianz gegen Rechtsextremismus fordert Aufklärung

    Zuspruch erhielt der Nürnberger Stadtrat von der Allianz gegen Rechtsextremismus in der Metropolregion Nürnberg. In einer Mitteilung heißt es: "Die Allianz fordert bereits seit längerer Zeit, das Netzwerk hinter den Hauptakteuren (…) des NSU zu untersuchen und zur Anklage zu bringen."

    Bis heute, 22 Jahre nach dem ersten bekannten Anschlag des NSU, gebe es noch zu viele offene Fragen. "Es ist erschreckend, wie wenig wir wissen", wird Stephan Doll, Vorsitzender der Allianz, in der Mitteilung zitiert.

    Allein in Nürnberg hatte der NSU drei Morde und einen Bombenanschlag begangen.

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