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Nürnberger Pflegeheim wehrt sich gegen Vorwurf der Impfdrängelei | BR24

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Georg-Schönweiß-Heim in Nürnberg

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Nürnberger Pflegeheim wehrt sich gegen Vorwurf der Impfdrängelei

Der Geschäftsführer eines Nürnberger Pflegeheims wehrt sich gegen den Vorwurf der Impfdrängelei. In seinem Heim sollen seine Angehörige sowie Handwerker und Architekten geimpft worden sein. Alle wären laut Impfreihenfolge noch nicht dran gewesen.

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Von
  • Tanja Oppelt
  • Julia Hofmann

In einem Nürnberger Pflegeheim sollen Angehörige des geschäftsführenden Vorstands sowie Architekten und Handwerker außerhalb der Impfreihenfolge geimpft worden sein. Demnach befand sich Mitte Januar ein mobiles Impfteam im Georg-Schönweiß-Heim in Nürnberg, um die Bewohner gegen das Corona-Virus zu impfen.

Impfstoff drohte angeblich zu verfallen

Florian Schoenauer, geschäftsführender Vorstand der Trägergesellschaft "Christliche Arbeitsgemeinschaft" CAG, gibt im Gespräch mit dem BR zu, dass an diesem Tag seine Ehefrau, sein 80-jähriger Vater, der im Heim Gottesdienste abhalte, sowie zwei Architekten und ein Handwerker, die regelmäßig ins Heim kämen, geimpft worden seien. Der Impfarzt selbst habe ihn dazu aufgefordert, Personen zum Impfen zu finden, damit kein Impfstoff verfalle.

Geschäftsführer entschuldigt sich

Aufgrund von aktuellen Corona-Infektionen konnten nicht alle Bewohner, die sich angemeldet hatten, geimpft werden, so der Geschäftsführer. Erst als er niemanden mehr fand, habe er seiner Ehefrau eine Impfdosis angeboten, sagte Schoenauer weiter. Auf der Homepage des Heimes hat er sich für diese - so wörtlich - "impulsive Handlung" - inzwischen entschuldigt.

Ärzte hatten nach weiteren Impfwilligen gefragt

Die Firma "IZ Bayern GmbH", die für die mobilen Impfteams in Nürnberg verantwortlich ist, bestätigte dem BR, dass zu Beginn der Impfaktion die zuständigen Ärzte im Zweifelsfall nach weiteren Impfwilligen gefragt hätten. Ein standardisiertes Verfahren, wie mit Rest-Dosen umzugehen sei, habe es noch nicht gegeben, so Tobias Weiss, Einsatzkoordinator bei IZ Bayern. Absolute Priorität war und sei weiterhin, dass kein Impfstoff weggekippt werden müsse. Ob kurzfristig herbeigerufene Personen tatsächlich in der Priorisierungsgruppe 1 sind, sei für die Ärzte vor Ort nicht zu beurteilen gewesen.

Klare Leitlinien für übriggebliebene Impfdosen

Inzwischen gibt es nach Angaben des Nürnberger Impfzentrums klare Leitlinien, wie mit übriggebliebenen Impfdosen umzugehen ist. Laut Zentrumsleiterin Christine Schüßler werden in so einem Fall Feuerwehr und Polizei informiert. Die Leitstellen schicken dann kurzfristig Einsatzkräfte vorbei, die geimpft werden.

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Der Chef von drei Altenheimen der Christlichen Arbeitsgemeinschaft in Nürnberg ist in die Kritik geraten. Offenbar hat er neben den Bewohnern auch andere Mitarbeiter und Familienmitglieder impfen lassen.

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