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Nürnberger Kongresshalle soll Ort für Kunst und Kultur werden | BR24

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Über 70 Jahre stand sie leer, nun sollen Teile der Kongresshalle auf dem Nürnberger Reichsparteitagsgelände Platz für die Künstler der Stadt bieten. Eine Studie zeigt nun, was sich Kunst- Kulturschaffende für den Umbau wünschen.

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Nürnberger Kongresshalle soll Ort für Kunst und Kultur werden

Wie soll die Nürnberger Kongresshalle künftig genutzt werden? Kulturschaffende haben Raumbedarf und wollen aus dem Nazi-Bau eine internationale Begegnungsstätte machen. Damit will Nürnberg aber auch im Rennen um den Titel Kulturhauptstadt punkten.

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Die Künstlerinnen und Künstler in Nürnberg wünschen sich Produktionsräume, Ateliers und Lagerfläche, aber auch von außen zugängliche Begegnungsräume. Das geht aus einer Vorstudie hervor, die die Stadt im Zuge der Bewerbung zur Kulturhauptstadt Europas 2025 durchgeführt hat. In offenen Befragungen konnten Verbände, Vereine und Kulturschaffende aller Sparten ihre Vorstellungen zur Nutzung des aktuell größtenteils ungenutzten Baus äußern, erläuterte Nürnbergs Zweite Bürgermeisterin Julia Lehner (CSU) bei der Vorstellung der Ergebnisse.

Flächen sollen von außen sichtbar und gut zugänglich sein

Demnach wünschen sich die Befragten übereinstimmend auch den Austausch mit überregionalen und internationalen Künstlerinnen und Künstlern. Außerdem wollen sie die Flächen in der Kongresshalle von außen sichtbar und einfach zugänglich sein. Auch hoffen viele, dass der Innenhof der Kongresshalle mit einbezogen und auf die Geschichte des Rundbaus hingewiesen wird. Ein Vorschlag war auch, kulturnahe Nutzungsmöglichkeiten wie etwa Fachbuchhandlungen oder Galerien in der Kongresshalle anzusiedeln.

Plan für Brandschutz und Fluchtwege wird erarbeitet

Der nächste Schritt in der Diskussion um die Kongresshalle ist eine bauliche Vorstudie, die zeigen soll, in welchem Zustand die Bausubstanz ist und welche Maßnahmen etwa für den Brandschutz und Fluchtwege ergriffen werden müssten und möglich sind. Wie hoch die Kosten der Umnutzung sind, steht noch nicht fest, ebenso wenig, auf welchen Flächen sich die Kulturschaffenden ansiedeln könnten.

Kongresshalle als nutzbarer Rohbau

Der Leiter des Bewerbungsbüros, Hans-Joachim Wagner, erklärte, das Projekt solle als "partizipativer Prozess" Ins zweite Bewerbungsbuch für die Kulturhauptstadt aufgenommen werden. Seinen Worten zufolge wird die Kongresshalle 2025 keinesfalls ein modern umgebauter „White Cube“ sein, sondern vielmehr ein nutzbarer Rohbau, den Kulturschaffende dann in einer Art Laborsituation weiter für sich erobern könnten.

Riesiger Nazi-Bau

Die Öffnung eines Teilstücks der Kongresshalle gilt als zentrales Strukturprojekt der Kulturhauptstadtbewerbung. Die Ergebnisse der aktuellen Studien und die Bedarfe der Künstler bestünden aber auch ohne diese Bewerbung, betonte Lehner. Die Nürnberger Kongresshalle ist im Grunde nur ein Treppenhaus des von den Nationalsozialisten geplanten Kongressbaus auf dem Reichsparteitagsgelände. Der Bau mit mehr als 118.000 Quadratmetern Grundfläche steht aktuell weitgehend leer.

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