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Nürnberger Kabelspezialist Leoni stabilisiert seine Geschäfte | BR24

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Der zuletzt dauerkriselnde Kabelspezialist Leoni hat seine neuesten Quartalszahlen vorgelegt. Obwohl die Nürnberger ihre Geschäfte stabilisiert haben, schreibt das Unternehmen weiter Verluste.

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Nürnberger Kabelspezialist Leoni stabilisiert seine Geschäfte

Der zuletzt dauerkriselnde Kabelspezialist Leoni hat seine neuesten Quartalszahlen vorgelegt. Obwohl die Nürnberger ihre Geschäfte stabilisiert haben, schreibt das Unternehmen weiter Verluste.

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Von
  • Andreas Schuster

Der Nürnberger Kabelspezialist und Bordnetzhersteller Leoni steckt seit Jahren in der Krise. Zuletzt hatte auch die Corona-Krise dem Unternehmen schwer zu schaffen gemacht. Laut den nun vorgelegten Zahlen zum dritten Quartal hat Leoni seine Geschäfte aber stabilisieren können.

Werke zuletzt fast wieder bei Normalauslastung

Im Frühjahr hatte Leoni wegen der Corona-Krise die meisten seiner weltweit über 80 Werke schließen müssen. Zuletzt haben 95 Prozent der Werke des Kabelspezialisten aber wieder im Normalbetrieb gearbeitet. So verbuchte Leoni für das dritte Quartal einen Umsatz von rund einer Milliarde Euro.

Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht das einem Minus von acht Prozent. Im ersten und zweiten Quartal hatten die Nürnberger auch wegen der Corona-Krise noch Umsatzrückgänge von 28 bzw. 46 Prozent vermeldet.

Corona sorgt weiter für Unsicherheit

Aus heutiger Sicht habe man mit dem zweiten Quartal den Tiefpunkt der Corona-Krise überstanden, so Konzernchef Aldo Kamper. Allerdings verdeutliche das aktuelle Infektionsgeschehen, dass die Lage weiter "extrem fragil" bleibe.

Eine zweite Corona-Welle könnte erneut Lieferketten des Kabelspezialisten beeinträchtigen. Insgesamt sieht sich Leoni aber auf die Folgen erneut steigender Infektionszahlen gut vorbereitet.

Leoni trotzdem weiter in den roten Zahlen

Unter dem Strich steckt Leoni trotz der stabileren Geschäfte weiter tief in den roten Zahlen. So machte das Unternehmen im dritten Quartal einen Verlust von 31 Millionen Euro. Den Löwenanteil machen allerdings Kosten für das Konzernumbauprogramm "Value 21" aus. Rechnet man diese aus dem Konzernergebnis heraus, bleibt es dennoch bei einem Minus von acht Millionen Euro.

Konzernumbau kommt schneller voran als gedacht

Es gibt aber auch Lichtblicke: so kommt Leoni beim Konzernumbauprogramm "Value 21" deutlich schneller voran als gedacht. So seien nun bereits früher als geplant Maßnahmen getroffen, um ab 2022 jährlich 500 Millionen Euro einzusparen.

Der Nürnberger Kabelspezialist hatte das Konzernumbauprogramm im vergangenen Jahr gestartet. Die Kosten dafür schlagen zunächst mit rund 120 Millionen Euro zu Buche. Auch der Abbau von weltweit 2000 Arbeitsplätzen ist Teil des Spar- und Strategieprogramms.

Leoni seit Längerem tief in der Krise

Leoni war schon vor Beginn der Corona-Pandemie tief in der Krise. Probleme mit einem Werk in Mexiko hatten zu massiven Verlusten geführt. 2016 hatten Betrüger den Konzern zudem um 40 Millionen Euro erleichtert. Um in Folge der Corona-Krise nicht vollends ins Trudeln zu geraten, sicherte sich Leoni im Frühjahr eine 330 Millionen Euro schwere Staatsbürgschaft. Damit ist das Unternehmen eigenen Angaben zufolge bis Ende 2022 durchfinanziert.

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