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Am Nürnberger Hauptbahnhof wird entlang der Hotelzeile weiter fleißig gebaut.

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Nürnberger Hotel-Branche hofft auf Aufschwung nach Corona

In Nürnberg werden trotz Corona weiterhin fleißig Hotels aus dem Boden gestampft. Doch auch wenn der Bau neuer Hotels derzeit noch boomt, erwarten Hoteliers früher oder später einen Bruch. Gleichzeitig hoffen sie auf den Aufschwung nach der Krise.

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Von
  • Jörg Hertle

Jeans, grauer Pulli, Hemd – leger sieht Falk Bartels aus. So gar nicht wie ein Hotel-Direktor. Der gebürtige Berliner hat auch noch kein eigenes Hotel. Aber: Von seinem Arbeitsplatz aus – einem Hotelzimmer im dritten Stockwerk des Novotel Centre Ville – hat er sein Haus auf der gegenüberliegenden Straßenseite immer fest im Blick. Rund um den denkmalgeschützten Rundbau der alten Hauptpost am Nürnberger Hauptbahnhof entsteht derzeit Bartels neuer Arbeitsplatz: 238 Zimmer, Restaurant, Tagungsräume und Saal. Das Leonardo Royal.

Optimismus für hohe Nachfrage nach der Corona-Krise

Der zukünftige Hotelier erwartet eine gute Nachfrage: "Ich denke, der Markt gibt das her. Wir haben eine gute Lage, wir haben den Bahnhof in der Nähe, wir haben die Altstadt in der Nähe, wir haben einen sehr, sehr großen Tagungsbereich, wo die Veranstaltungen, die in Nürnberg sehr stark nachgefragt werden in der Größenordnung 300, 400 Personen. Wir schaffen einen Hotelstandort, wo wir die Nachfrage, die in Nürnberg irgendwann wieder kommen wird, abdecken können."

Hotelboom in Nürnberg hält an

Seit Jahren werden in der Frankenmetropole Hotels gebaut. Die Zahl der Fremdenzimmer in der Stadt stieg von 12.000 vor einem Jahrzehnt auf jetzt mehr als 20.000. Und es wird weiter gebaut. Gut 2.000 Zimmer sollen in diesem Jahr noch bezugsfertig werden. Je nachdem, wie die Bauarbeiten fortschreiten und sich die Corona-Pandemie weiter entwickeln wird.

Hoteliers gehen nicht sorgenfrei ins neue Jahr

Auf ein Abebben der Covid-Welle setzt die Chefin des Altstadt-Traditionshauses "Drei Raben" und Mitglied im Vorstand der Congress- und Tourismuszentrale Nürnberg, Daniela Hüttinger. Ihr Haus ist seit dem zweiten Lockdown geschlossen.

Nicht ganz ohne Sorgen blickt sie auf das neue Jahr: "Insgesamt ist es wichtig für einen Messe-Standort wie Nürnberg, dass es eine große Vielfalt und Quantität an Hotels gibt. Auf der anderen Seite muss man jetzt in und nach der Krise schauen, dass nicht Teile der Branche hinten runter fallen, denen die Hilfen eben nicht gereicht haben. Oder, die schon vor der Krise zu wenig Auslastung hatten, weil eben 20.000 Betten dann doch zu viel sind für den Messestandort."

Momentan bleibt ihr nur, die Zimmer und Wasserleitungen ihres Hauses in Schuss zu halten. Daniela Hüttinger setzt als Mitglied der Congress- und Tourismuszentrale darauf, dass das Tagungs- und Tourismusgeschäft im Frühsommer wieder in Schwung kommt.

Irgendwann fehlt das Kapital

Der Bauboom bei Hotels in Nürnberg wird weitergehen, schätzt Falk Bartels: "Es sieht nicht so aus, als wäre ein Ende. Aber, ich glaube, es wird einen Bruch geben. Weil einfach das Kapital gerade nicht so da ist, aufgebraucht ist, um neu zu investieren." Die ersten der 238 Zimmer seines Hotels sollen im April bezugsfertig sein.

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Die Nürnberger Hotel-Landschaft hat einiges im Angebot und ohne Corona gäbe es keinen Besucherengpass. Hotels, die neu entstehen und heuer eröffnen wollen, haben es in diesem Jahr nicht leicht. Wird es ein schwerer Start?

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