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Nürnberger Hochhäuser saniert – Ärger geht dennoch weiter | BR24

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Zwei Jahre ist es her, dass die Fassaden von fünf Nürnberger Hochhäusern aufgrund von Feuergefährdung entfernt wurden, ohne die Bewohner vorher zu informieren. Die Folgen sind Schimmel und Feuchtigkeit in vielen Wohnungen.

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Nürnberger Hochhäuser saniert – Ärger geht dennoch weiter

Nach dem umstrittenen und millionenteuren Abriss der Fassade von fünf Hochhäusern in Nürnberg-Neuselsbrunn ist die Sanierung nun nach knapp zwei Jahren abgeschlossen. Der Ärger und die Probleme vieler Wohnungseigentümer gehen hingegen weiter.

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Von
  • Tina Wenzel

Handwerker haben am Dienstagabend die letzte Platte der Fassade eingesetzt. Damit ist die Sanierung der fünf Hochhäuser in Nürnberg-Neuselsbrunn abgeschlossen. Zahlreiche Wohnungseigentümer sind gekommen, um auf diesen Moment anzustoßen. Doch die Stimmung ist getrübt. "Wir sind froh, dass die Arbeiten beendet sind, aber wir hätten lieber unsere alte Fassade behalten", sagt Frank Rupprecht, der in einem der Hochhäuser im 16. Stock wohnt. Und Gisela Schröpf fügt hinzu: "Der Beigeschmack bleibt, dass wir das alles bezahlen müssen."

Streit um Fassadenabriss

Viele Eigentümer haben finanzielle Sorgen, denn der Abriss und die Sanierung der Fassade kostet rund 22 Millionen Euro. Pro Wohnung sind das rund 50.000 Euro. Viele Wohnungseigentümer mussten sich verschulden, dabei sind sie sich sicher: Der Abriss der alten Fassade samt Dämmung war unnötig. Die Dämmung der Hochhäuser sei nicht brandgefährlich gewesen. Davon ist wiederum die Stadt Nürnberg und die damalige Hausverwaltung Vonovia Immobilien Treuhand überzeugt.

Klage in Vorbereitung

Nun hoffen die Neuselsbrunner auf ihre Anwälte. Denn die Eigentümer wollen Schadensersatz von der damaligen Hausverwaltung Vonovia Immobilien Treuhand – einer Tochtergesellschaft der Vonovia, dem größten Immobilienkonzerns in Deutschland. Die Hausverwaltung habe Fehler gemacht, die dazu führten, dass die Fassade abgerissen wurde, sagen die Wohnungseigentümer. Rechtsanwältin Antje Reichert vertritt zusammen mit ihrem Kollegen Ralf Specht die Eigentümergemeinschaft. Die beiden versuchen zunächst, eine außergerichtliche Einigung zu erzielen, um ein langwieriges Verfahren zu vermeiden. "Wenn das nicht der Fall ist, dann haben wir aber auch entsprechend Vorsorge getragen, dass wir mit Tatsachen und Gutachten ausgestattet sofort in die Klage gehen können", sagt Reichert.

Schimmel und Baulärm setzte Bewohnern zu

Vor knapp zwei Jahren wurde die Fassade samt Dämmung abgerissen. Die rund 600 Bewohner der fünf Hochhäuser mussten daraufhin einen Winter ohne Dämmung überstehen. Schimmel breitete sich in den kalten und nassen Wohnungen aus. Dazu kam der ständige Baulärm – bei vielen Bewohnern lagen die Nerven blank.

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Der umstrittene Abriss von fünf Hochhausfassaden in Nürnberg-Neuselsbrunn sorgt weiter für Ärger. Zumindest die Sanierung ist nun abgeschlossen. Handwerker setzten am Dienstagabend die letzte Platte der Fassade ein.

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