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Freunde der perfekten Welle können bald im Nürnberger Stadtteil Schniegling surfen. Das Projekt wird von der Firma Dreamwave in Koopreration mit der Universität Innsbruck installiert. Die Nürnberger Dauerwelle wird bald fertiggestellt.

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Nürnberger Dauerwelle: Surfen auf der Pegnitz bald möglich

Die Arbeiten an Frankens erster stehender Welle in Nürnberg gehen in die Endphase. Jetzt wurden die wichtigsten Bauteile geliefert, drei Wellenrampen, die für das Flusssurfen essentiell sind. Beim Einbau kam es auf Millimeter an.

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Von
  • Tobias Burkert

Thorsten Keck ist ein optimistisch und müde, denn die Nacht vor dem wichtigen Tag war sehr kurz. Seit fast zehn Jahren ist der 40-jährige Wahl-Nürnberger an den Planungen rund um die Nürnberger Dauerwelle beteiligt, mittlerweile ist daraus sogar ein Beruf geworden.

Flusssurfen in Nürnberg bald möglich

Keck ist Projektleiter des 2,4 Millionen Euro Baus. Anfangs war alles nur ein Traum, eine Idee vom städtischen Flusssurfen mitten in Nürnberg. Nun können die Bretter bald aus dem Schrank geholt werden, denn spätestens im August soll es losgehen mit dem Surfen am "Fuchsloch".

Fünf Tonnen schwere Rampen für Nürnberger Dauerwelle

"Es ist ein unglaublich schöner, wichtiger Tag für uns und das Projekt", sagt Thorsten Kecks begeistert. Monatelang haben die Vereinsmitglieder der Nürnberger Dauerwelle auf diese Anlieferung gewartet: Drei schwere Hydraulik-Rampen, die von Rosenheim mit einem Lkw an die Pegnitz geliefert wurden. Mit einem Spezialkran werden sie in den künstlichen Wellenkanal am Nürnberger Fuchsloch eingehoben. Die Rampen sind dafür verantwortlich, wie die Welle später beschaffen sein wird, wie stark und wie hoch sie ausfällt.

Millimeter-Arbeit beim Einsetzen der Rampen

Die Rampen sind individuelle Spezialanfertigungen. Insofern ist die Nervosität bei allen Beteiligten an diesem Tag offensichtlich. Man scherzt, gibt sich locker, alles sei am Computer bis auf den kleinsten Millimeter berechnet. Acht Meter breit ist der Kanal, in dem die drei Rampen nebeneinander Platz finden sollen. Jedes Modul ist etwa 2,60 Meter breit, es wird also knapp. Rampe 1 und Rampe 2 werden problemlos vom Kran abgelassen, am Boden fixiert, binnen einer Stunde sind diese beiden Module gesetzt. Spannend wird es mit der dritten und letzten Rampe, passt sie noch komplett mit rein?

Seife als Retter in der Not

Das Einsetzen der letzten Wellenrampe wird zum kleinen Baustellenkrimi. Mittlerweile haben sich auch einige interessierte Spaziergänger und Radfahrer auf der Brücke am Fuchsloch versammelt. Sie scheinen zu fachsimpeln, wie die Rampe herabgelassen werden müsste. Das klappt zunächst reibungslos, doch dann plötzlich ratlose Gesichter bei der "Wellen-Baufirma": Die Rampe passt nicht in die für sie vorgesehene Lücke, sie wirkt zu breit. Mit Stemmeisen und viel körperlicher Kraft wird geschoben und gedrückt, an den Gummis der Ränder gezogen, um die Rampe rein zu quetschen, es reicht nicht.

Plötzlich hat ein Bauarbeiter, der eigentlich für die Steinplatten des Areals zuständig ist, die rettende Idee. "Wartet mal Jungs", ruft er, rennt zu seinem Bagger und kommt mit einer Literflasche Flüssigseife zurück und wirft sie nach unten in den Schacht. Die Ritze zwischen Schachtwand und Rampe wird ordentlich eingeseift, der Koloss kommt tatsächlich mit viel Drücken und Ziehen dadurch an seine geplante Position.

Erfahrene Surfer testen Nürnberger Dauerwelle

Sichtliche Erleichterung setzt beim Projektverantwortlichen Thorsten Keck ein. Jetzt steht dem Surfen auf der Pegnitz eigentlich kaum mehr was im Wege. Bevor die Öffentlichkeit aber aufs Brett beziehungsweise Wasser darf, werden die geübten Vereinsmitglieder die Anlage mehrere Wochen lang testen, um die einwandfreie Funktion der Nürnberger Dauerwelle garantieren zu können.

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