BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© BR
Bildrechte: BR Fernsehen

Aufgrund der Corona-Pandemie sind große Typisierungsaktionen zur Stammzellenspende quasi zum Erliegen gekommen. In einem Nürnberger Ärztezentrum wird die Möglichkeit der Typisierung nun auch beim PCR-Test angeboten.

3
Per Mail sharen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Nürnberger Arzt mit Idee: Vom Corona-Test zur Stammzellenspende

Seit mehr als einem Jahr gibt es in Deutschland fast keine Typisierungsaktionen zur Stammzellenspende mehr. Um dennoch Spender zu finden, kam dem Nürnberger Arzt Falk Stirkat die Idee, bei Corona-Tests auch Stammzellenspender registrieren zu lassen.

3
Per Mail sharen
Von
  • Rika Momeni
  • Anja Bühling

Ein Nürnberger Arzt will die Krise als Chance nutzen. Seine Idee soll Leben retten. Seit mehr als einem Jahr sind in Deutschland Typisierungsaktionen zur Stammzellenspende fast gänzlich zum Erliegen gekommen. Der Nürnberger Mediziner Falk Stirkat will das so nicht hinnehmen und mehr Menschen dazu bringen, sich als Stammzellenspender für Blutkrebspatienten registrieren zu lassen.

Die Idee so simpel wie genial

Über eine Million Menschen werden derzeit in Deutschland wöchentlich mittels PCR- oder Schnelltest auf Coronaviren getestet. Wer den Corona-Abstrich machen lässt, so Stirkats Gedanke, der könnte doch beim selben Termin gleich noch einen weiteren Abstrich machen lassen und sich als potenzielle Spenderin oder Spender in die Stammzellen-Datenbank aufnehmen lassen.

"Ich habe zwei kleine Töchter und kann mir die Panik von Eltern vorstellen, deren Kinder Leukämie haben und die dringend auf einen lebensnotwendigen Stammzellspender warten. Sie müssen jetzt noch mehr fürchten, dass ihr Kind stirbt, weil schon seit einem Jahr kaum neue Spender hinzugewonnen werden." Falk Stirkrat, Arzt in Nürnberg

Die Typisierung unspektakulär und schmerzlos

Unspektakulär und weit weniger unangenehm als PCR- oder Schnelltest, läuft die Typisierung ab: Die potenzielle Spenderin oder der potenzielle Spender wischt selbst mit einem Wattestäbchen an der Wangenschleimhaut. Das war's auch schon fürs erste. Die Zellen, die an dem Wattestäbchen hängen bleiben, reichen aus, um daraus Daten für die Stammzellen-Spenderkartei zu gewinnen. Menschen zwischen 17 und 45 Jahren können sich typisieren lassen.

Unterstützung von der "Aktion Knochenmarkspende Bayern"

Der 36-jährige Stirkat arbeitet in einem Ärztezentrum in Nürnberg, wo bereits Corona-Tests durchgeführt werden. Hier war man sofort begeistert von der Idee, Corona-Test und Stammzellen-Abstriche zu verbinden. Unterstützt wird die Aktion von der Stiftung "Aktion Knochenmarkspende Bayern" (AKB). Bisher, so Cornelia Kellermann von der AKB, sei die Kombination aus Corona-Test und Stammzellenspende zwar noch nicht ausprobiert worden, doch sie klinge vielversprechend.

Leben retten durch Stammzellenspende

Die AKB verwaltet rund 325.000 Spender in ihrer Kartei. Bei der Behandlung bestimmter Formen von Leukämie kann eine Stammzelltransplantation Leben retten. Der Spender muss sich zur Entnahme entweder einer Art Blutwäsche oder, seltener, einer Operation am Becken unterziehen. Der Empfänger erhält die aus dem Blut oder dem Knochenmark gewonnenen Stammzellen dann mittels Infusion. Für eine Übertragung von gesunden Stammzellen eines Spenders auf einen Patienten müssen mindestens neun von zehn bestimmten genetischen Gewebemerkmalen übereinstimmen.

Ab kommenden Montag (26.04.21) kann in Nürnberg im Testzentrum an der Gustav-Adolf-Straße neben der Corona-Testung auch die Stammzellentypisierung durchgeführt werden.

"Darüber spricht Bayern": Der BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick - kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht's zur Anmeldung!