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Nürnberger Abiturienten verweigern weiter Präsenzunterricht | BR24

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Abiturienten von sieben Nürnberger Schulen haben den Präsenzunterricht verweigert. Ihr Protest stößt auf Verständnis.

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Nürnberger Abiturienten verweigern weiter Präsenzunterricht

Nürnberger Abiturienten verweigern auch heute und morgen wegen der hohen Corona-Zahlen den Präsenzunterricht. Das Kultusministerium hat nun reagiert. Die Zuständigkeit über lokale Infektionsschutzmaßnahmen lägen bei der Stadt.

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Von
  • Tanja Oppelt

Abiturienten von mehreren Nürnberger Schulen sind auch heute und morgen wegen der hohen Corona-Zahlen im Streik. Bereits gestern hatten sie den Präsenzunterricht verweigert. Gerade mit der neuen, ansteckenden Corona-Mutation sei es nicht zu verantworten, dass sich die Schülerinnen und Schüler zwischen Bildung und Gesundheit entscheiden müssten, sagte Ioana Atanasoaie, Abiturientin am Hans-Sachs-Gymnasium, dem Bayerischen Rundfunk.

Demo gegen zentrale Anordnung - Schulreferentin signalisiert Verständnis

Gestern begann für die Abschlussklassen in Bayern der so genannte Wechselunterricht. Das bedeutet, dass ein Teil des Kurses oder der Klasse in der Schule ist, während der andere Teil zuhause lernt. Je nach Modell wechseln sich die Gruppen tage- oder wochenweise mit Präsenzunterricht und Homeschooling ab. Die Nürnberger Schüler wollen mit ihrer Aktion gegen die zentrale Anordnung von Wechselunterricht demonstrieren.

So etwas solle stattdessen vor Ort entschieden werden. "Die Schulleitungen versuchen, uns bei der Aktion nicht im Weg zu stehen", sagt Abiturientin Ioana Atanasoaie. Die Schulreferentin der Stadt Nürnberg, Cornelia Trinkl (CSU), äußerte Verständnis: "Ich kann die Bedenken der Schülerinnen und Schüler nachvollziehen", sagte Trinkl dem BR. Es fänden ständige Gespräche zwischen der Stadt, den Schulleitungen und dem Bayerischen Kultusministerium statt.

Kultusministerium geht davon aus, dass Schüler zum Präsenz-Unterricht kommen

Die Stadt Nürnberg habe aber nicht die Möglichkeit, den vom Kultusministerium angeordneten Wechselunterricht auszusetzen. In Bayern beteiligen sich unter anderem die Landkreise Wunsiedel und Hof sowie die Stadt Hof nicht am Wechselunterricht für die Abschlussklassen. Dort liegt der Sieben-Tage-Inzidenzwert allerdings zum Teil über 200.

Das Kultusministerium hat auf eine Anfrage des BR reagiert. Demnach nehme das Ministerium die Sorgen der Schülerinnen und Schüler sehr ernst. Es sei es aber die Entscheidung des Gesundheitsamtes in Nürnberg, ob abweichende Entscheidungen von den infektionsschutzmaßnahmen getroffen werden sollen. Laut Angaben des Kultusministeriums sind die betroffenen Nürnberger Schulen im Gespräch mit der Schülervertretung. Gestern hat ein Teil der Schüler am Präsenzunterricht teilgenommen, so ein Ministeriumssprecher. "Wir gehen davon aus, dass ab heute auch die verbleibenden Schülerinnen und Schüler den Präsenzunterricht besuchen werden", heißt es in der Mitteilung des Ministeriums an den BR.

Beifall in den sozialen Netzwerken

An dem Präsenzunterricht-Streik beteiligen sich nach Angaben der Schüler Abiturienten des Hans-Sachs-Gymnasiums, des Dürer-Gymnasiums, der Bertolt-Brecht-Schule und des Neuen Gymnasiums. Ebenfalls beteiligt sind Abiturienten der staatlichen Fachoberschule 2 und der staatlichen Berufsoberschule.

Auf BR24 Facebook teilte ein User mit: "Auch Abiturientinnen/Abiturienten anderer Schulen in Nürnberg (außer der genannten) haben sich am Präsenzunterricht-Streik beteiligt!" In den sozialen Netzwerken erfahren die Schülerinnen und Schüler viel Zustimmung für diese Aktion. Viele User kommentieren zum Beispiel, dass die jungen Leute damit deutlich mehr Verantwortungsbewusstsein zeigen würden als die Politiker.

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Für Lehrlinge aus Handwerksberufen hat zur Prüfungsvorbereitung der Präsenz-Unterricht begonnen. Berufs- und Fachoberschüler, die heuer ihren Abschluss machen, sind im Wechselunterricht, ebenso Abiturienten. Ausnahmen gibt es etwa in Hof und Weiden.

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