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Nürnberg: Über tausend setzen Zeichen gegen Antisemitismus | BR24

© BR/Nicolas Eberlein

Über 1000 Menschen sind versammelt, um ein Zeichen gegen Antisemitismus zu setzen.

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Nürnberg: Über tausend setzen Zeichen gegen Antisemitismus

Mehr als tausend Menschen versammelten sich am Freitagabend vor der Synagoge in Nürnberg, um als Menschenkette ein Zeichen gegen Antisemitismus zu setzen. Auch Bayerns Innenminister Joachim Herrmann und Nürnbergs Oberbürgermeister Maly nahmen teil.

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Vor der Synagoge in Nürnberg versammelten sich heute Abend über tausend Menschen, um ein Zeichen gegen Antisemitismus zu setzen. Dabei bildeten sie eine Menschenkette als Zeichen ihrer gemeinsamen Haltung.

Auch Oberbürgermeister Ulrich Maly, Bayerns Innenminister Joachim Herrmann und dessen Vorgänger Günther Beckstein nahmen an der Solidaritätsaktion teil. Vor Ort verurteilten sie den Anschlag von Halle, bei dem am Mittwoch zwei Menschen getötet worden waren.

Starkes Zeichen gegen Rechts

Oberbürgermeister Ulrich Maly rief bereits gestern auf, sich an der Menschenkette zu beteiligen: "Wir senden damit das Signal, dass wir jüdisches Leben in Nürnberg wollen, dass wir wollen, dass sie bei uns leben."

"Antisemitismus ist nichts, was sich gegen Juden richtet, sondern es ist eine Menschenfeindlichkeit, die sich gegen die Menschenwürde und auch gegen unsere Demokratie insgesamt richtet und darum müssen wir sie verteidigen." Ulrich Maly

Ex-Innenminister Günther Beckstein zeigte sich fassungslos ob des Anschlags in Halle: "Dass jemand derartige Mengen Waffen und Sprengstoff sich besorgen kann, ohne dass er den Sicherheitsbehörden auffällt, also da merke ich, dass manches noch im Argen liegt." Umso mehr freue er sich, dass in Nürnberg so viele Menschen kurzfristig erschienen: "Jeder musste seine Pläne umwerfen, dass die Leute es für wichtig halten, finde ich ganz großartig, es zeigt, dass die jüdische Gemeinde mitten in unserer Stadt ist und wir stolz drauf sind, dass wir eine starke jüdische Gemeinde Nürnberg haben."

Auch Bayerns Innenminister Herrmann freute sich, dass so viele Menschen an der Aktion, zu der erst gestern aufgerufen wurde, teilgenommen haben. Im Interview mit dem Bayerischen Rundfunk erklärt er: "Wir müssen deutlich machen, da schauen wir nicht zu, da schauen wir nicht einfach weg, da sagen wir deutlich unsere Meinung."

Aktionen gegen Antisemitismus in ganz Bayern

Die große Solidaritätsaktion ist von der "Allianz gegen Rechtsextremismus der Metropolregion Nürnberg" zusammen mit der "Bürgerinitiative für Menschenrechte Mittelfranken" organisiert worden. Bayernweit finden heute Lichterketten statt. Sie und andere Aktionen sollen heute und am Wochenende dem antisemitischen Anschlag in Halle an der Saale gedenken.

© BR

Nach dem Anschlag von Halle haben sich viele Nürnberger mit jüdischen Gläubigen solidarisieren. Vor der Synagoge und dem jüdischen Altenheim haben Menschen eine Lichterkette gebildet und für Toleranz demonstriert.