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Die 7-Tage-Inzidenz in Nürnberg ist wieder über 100 gestiegen und damit ging es für die Schüler nach nur einem Tag Präsenzunterricht wieder zurück ins Homeschooling. Das sorgt in Nürnberger Familien für Organisationschaos.

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Nürnberg: Gesundheitsamt riet zur Schulschließung

Nur einen Tag waren Nürnbergs Grundschulen und Kindergärten geöffnet. Das Gesundheitsamt habe dringend zur Schließung geraten, sagt die Schulreferentin. In anderen Regionen bleiben die Schulen trotz hoher Inzidenz auf – warum eigentlich?

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Von
  • Karin Goeckel

In Nürnberg währte die Freude über die Öffnung der Schulen nur kurz. Nur einen Tag lang waren sie nach wochenlangem Distanzunterricht geöffnet. Die Entscheidung, die Grund- und Förderschulen in Nürnberg nach nur einem Tag zu schließen, sei auf Empfehlung des Gesundheitsamts getroffen worden, sagte Nürnbergs Schulreferentin Cornelia Trinkl (CSU) dem Bayerischen Rundfunk. Das Gesundheitsamt gehe davon aus, dass die 7-Tage-Inzidenz in der Stadt wieder steigt. Die Experten hätten deshalb dazu geraten, die Schulen wieder zu schließen. Auch gilt wieder eine Ausgangssperre von 22.00 bis 5.00 Uhr.

Nürnbergs OB König: Anstieg der Inzidenz war nicht absehbar

Diese Entwicklung sei Ende vergangener Woche, als die Entscheidung zur Schulöffnung getroffen wurde, noch nicht absehbar gewesen, erläuterte Nürnbergs Oberbürgermeister Marcus König (CSU). "Bis Donnerstag hatten wir sinkende Zahlen", so König. Am Freitag lag die 7-Tage-Inzidenz in Nürnberg laut Robert-Koch-Institut bei 93. Am Sonntag jedoch stieg der Wert auf 99,7, am Montag auf 101,5 an. Dem Gesundheitsamt hat laut OB vor allem der Anstieg der Corona-Mutationen Sorgen gemacht, während die Zahl der Infektionen mit dem "normalen" Coronavirus sinke. Deshalb sei entschieden worden, dass Sicherheit vorgeht. "Die Entscheidung ist schwergefallen, aber ich glaube, es war die richtige Entscheidung", so König.

Landkreis Schwandorf: Schulen bleiben trotz Inzidenz über 100 geöffnet

Im Landkreis Schwandorf hingegen bleiben Grundschulen und Kindertagesstätten trotz einer 7-Tage-Inzidenz von über 100 weiterhin geöffnet. Nach Angaben des Landratsamts lag sie gestern bei 111,6, heute bei 110,2. Der Unterschied zu Nürnberg: Die Tendenz geht nach unten. Entscheidend sei, dass eine weitere Entspannung erwartet werde, heißt es in einer Pressemitteilung. "Sinken die Inzidenzen im Landkreis Schwandorf weiterhin, wenn auch nur leicht, werden die Einrichtungen diese Woche geöffnet bleiben. Bei steigenden Zahlen kann die täglich vorzunehmende Lagebewertung zu einer geänderten Entscheidung führen.“ Aktuell rechne der Landkreis mit einem Rückgang, auch wenn er sich in kleinen Schritten vollziehe. Auch die Stadt Passau will morgen ihre Schulen öffnen, obwohl die 7-Tage-Inzidenz über 100 liegt – weil die Tendenz nach unten zeigt.

Fürths OB Jung wünscht sich mehr Entscheidungsfreiheit

Fürths Oberbürgermeister Thomas Jung (SPD) wünscht sich in dem Zusammenhang mehr Entscheidungsfreiheit. Mit Blick auf die Nachbarstadt Nürnberg beklagt er, dass die Kommunen keine Spielräume hätten. Wenn der Inzidenzwert auf über 100 steige, dann müssten Schulen geschlossen werden. "Das ist Vorgabe, da hat man den Kommunen nicht viele Freiheiten gegeben", sagte Jung dem Bayerischen Rundfunk. Zwar müsse es Grenzwerte geben. Aber die Folgen für die Schüler seien hart, wenn sie nach einem Tag in der Schule erfahren, dass es das schon wieder gewesen sei.

Entscheidung über Schulöffnung in Nürnberg fällt Donnerstag oder Freitag

In Nürnberg tauschen sich nach den Worten der Schulreferentin Cornelia Trinkl Stadtverwaltung und Gesundheitsamt bis Freitag täglich bei einer Sondersitzung aus. Am Donnerstag oder Freitag soll die Entscheidung getroffen werden, wie es in der kommenden Woche weitergeht. Bis dahin bleiben die Schulen in Nürnberg geschlossen. Ausgenommen von dem Distanzunterricht sind nach wie vor die Abiturklassen und bestimmte Abschlussklassen beruflicher Schulen, die bereits seit 1. Februar wieder an den Schulen lernen.

Bei knappen Inzidenzwerten können Städte und Landkreise entscheiden

Städte und Landkreise in Bayern haben bei Inzidenzwerten knapp über oder knapp unter 100 die Möglichkeit, selbst über eine Öffnung oder Schließung von Grundschulen und Kindergärten zu entscheiden. Entscheidend ist, ob sich eine positive oder negative Tendenz bei den Infektionszahlen abzeichnet.

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