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Nürnberg: Gesetzliche Betreuer dringend gesucht | BR24

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Beratungsstelle Sozialdienst

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    Nürnberg: Gesetzliche Betreuer dringend gesucht

    Etwa 60 Prozent der gesetzlichen Betreuungen werden in Bayern von Ehrenamtlichen übernommen. Nicht nur ältere Menschen brauchen Hilfestellung, auch immer mehr psychisch Kranke und Suchtkranke. Doch es fehlen Ehrenamtliche in diesem Bereich.

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    In Franken werden überall ehrenamtliche gesetzliche Betreuer gesucht. Sie unterstützen neben den Berufsbetreuern Menschen, die Hilfe und Unterstützung brauchen aufgrund von Erkrankungen.

    Nürnberg hat steigenden Bedarf

    Etwa 85 Prozent der Menschen, für die Betreuerinnen und Betreuer gesucht werden, brauchen Hilfe, weil sie durch psychische Erkrankungen oder geistige Einschränkungen nicht in der Lage sind, ihre existenziell notwendigen Angelegenheiten selbst zu regeln. Gesetzliche Betreuer helfen ihnen, ihre amtlichen, finanziellen, gesundheitlichen und mitunter auch sozialen Verhältnisse im Griff zu behalten. Nürnberg sucht dringend rund 30 Ehrenamtliche, die diese Aufgabe übernehmen könnten.

    Heute Abend findet dazu ein Infoabend des Arbeitskreises Gesetzliche Betreuung Nürnberg, GeBeN, statt. Interessierte können sich auch an die Betreuungsstelle Nürnberg wenden.

    In der Frankenmetropole gibt es derzeit 8.000 Personen, die einen amtlichen Betreuer benötigen. In 60 Prozent der Fälle übernehmen Eltern die Aufgabe. Der Rest wird von Berufs-und ehrenamtlichen Betreuern begleitet.

    Wer braucht einen Betreuer?

    Eine Betreuung wird vom Amtsgericht angeordnet. Es wird tätig, wenn ein Betroffener aufgrund einer körperlichen, seelischen oder geistigen Behinderung nicht in der Lage ist, seine Angelegenheiten selbst zu erledigen. Oft ist dies im Falle von Demenz, Depressionen, Suchtkrankheiten oder beispielsweise von Schizophrenie.

    Die Betroffenen bekommen für die Angelegenheiten, die sie ganz oder teilweise nicht mehr besorgen können, einen Betreuer als gesetzlichen Vertreter. Dies gilt auch dann, wenn Betreute geschäftsfähig sind. Die Betreuung hat keine automatischen Auswirkungen auf die Geschäftsfähigkeit.

    „Wer die Bedeutung seiner Erklärungen im Rechtsverkehr einzusehen und nach dieser Einsicht zu handeln vermag, kann also auch als Betreuter Kaufverträge, Mietverträge und andere Rechtsgeschäfte abschließen, heiraten oder ein Testament errichten.“ Justizministerium Bayern

    Wer kann Betreuer werden?

    Solche gesetzlichen Vertreter sind beispielsweise Eltern für ein minderjähriges Kind, aber auch Ehrenamtliche. In einer Betreuungsverfügung kann bestimmt werden, wer im Falle eines Falles Betreuer werden soll oder eben auch nicht. Das Gericht muss prüfen, ob die vorgeschlagenen Personen für eine Betreuung geeignet sind. Betreuer werden können zum Beispiel Verwandte, Freunde oder Partner, Mitglieder eines Betreuungsvereins, selbstständige Berufsbetreuer oder auch Mitarbeiter einer Betreuungsbehörde.

    Was ist der Aufgabenkreis eines Betreuers?

    Bei der Anordnung einer Betreuung werden durch das Amtsgericht auch die Aufgabenkreise festgelegt. Das kann sowohl die Vermögenssorge, die Aufenthaltsbestimmung, Wohnungsangelegenheiten als auch die Gesundheitsfürsorge, freiheitsentziehende Maßnahmen und die Verwaltung der Post betreffen und umfassen. Die Betreuung wird vom Betreuungsgericht für einen bestimmten Zeitraum angeordnet. Spätestens nach sieben Jahren müssen die Voraussetzungen erneut überprüft werden.