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Nürnberg: Geothermiebohrungen für neues Konzerthaus | BR24

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In Nürnberg wird ein neues Konzerthaus gebaut. Derzeit finden auf dem Gelände Probebohrungen statt. Es wird untersucht, ob sich Erdwärme für den Neubau nutzen lässt. Damit ließe sich das Gebäude umweltfreundlich kühlen und heizen.

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Nürnberg: Geothermiebohrungen für neues Konzerthaus

Erdwärme ist die im zugänglichen Teil der Erdkruste gespeicherte Wärme. Sie kann aus dem Erdinneren stammen oder durch Niederschläge eingebracht worden sein. Ob sie auch für das neue Konzerthaus genutzt werden kann, wird nun untersucht.

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Von
  • Claudia Grimmer
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Erdwärmeprobebohrungen in Nürnberg vor der Meistersingerhalle

Im Zuge der Planungen für den Neubau eines Konzerthauses neben der Meistersingerhalle werden Möglichkeiten zur Nutzung regenerativer Energien untersucht. Unter anderem geht es dabei um die Nutzung von Geothermie, der Erdwärme.

Gute Chancen für Nutzung von Geothermie

Geothermie kann zum Heizen, Kühlen und zur Stromerzeugung genutzt werden. Ob dies auch für die neue Meistersingerhalle in Nürnberg möglich ist, wird derzeit mit Probebohrungen am Standort des künftigen Konzerthauses auf dem Parkplatz westlich der Meistersingerhalle untersucht.

Das Areal an der Münchener Straße liegt oberhalb des sogenannten "Paläotals I". Hier ist einmal die Ur-Pegnitz durchgeflossen, bevor sich ihr Flusslauf verändert hat. Zusammen mit weiteren Urstromtälern des Ur-Pegnitz- und Ur-Rednitz Systems stellt dieses eine hydrologische Besonderheit im Nürnberger Becken dar.

Erste Voruntersuchungen waren positiv

Die Grundwasserverhältnisse am künftigen Standort des Konzerthauses versprechen eine geothermische Nutzung des hier reichlich vorhandenen Grundwassers für Kühlung und Heizung des Gebäudes. Zur Evaluierung werden in dieser Woche Testbohrungen bis auf eine Tiefe von circa 20 Metern durchgeführt. Damit handelt es sich um eine oberflächennahe Geothermie.

"Zusammen mit einer großflächigen Photovoltaikanlage auf den Dächern zur Grundlastabdeckung wird es gelingen, ein auch aus energetischen Aspekten vorbildliches Gebäude zu errichten." Daniel F. Ulrich, Planungs- und Baureferent der Stadt Nürnberg

Sollten die Ergebnisse der Erkundungsphase hinsichtlich einer geothermischen Nutzung negativ sein, werden die Brunnen wieder verfüllt. Bei positiven Ergebnissen werden beide Brunnen für eine künftige Nutzung ausgebaut.

Risiko Geothermie

An einigen Standorten haben Geothermie-Bohrungen leichte Erdbeben ausgelöst, Gebäude wurden beschädigt, etwa im schweizerischen Basel, wo das Projekt dann stillgelegt wurde. Anders als in Bayern hatten die Ingenieure hier allerdings keine wasserführende Schicht angezapft, sondern kaltes Wasser in heißes Gestein gepresst. Der hohe Druck im Untergrund hat dann zu Erdbeben geführt. Forscher der Uni München halten die Projekte in Bayern für kaum gefährlich.

Doch viele Aspekte der Geothermie sind noch gar nicht erforscht. Zum Beispiel fehlen auch Erfahrungswerte, wie lange ein Kraftwerk der Erde Wärme entziehen kann, ohne dass der Boden auskühlt. Experten rechnen mit etwa 50 Jahren. Viele Fragen zur Nutzung der Geothermie müssen noch beantworten werden, vor allem ob die Energie unter unseren Füßen auch langfristig eine Alternative zur fossilen Energienutzung ist.

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