BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

NEU

Nürnberg gedenkt NSU-Mordopfers Enver Şimşek | BR24

© BR

Am 9. September 2000 wurde der Blumenhändler Enver Simsek von den Rechtsterroristen des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) ermordet. Die Stadt Nürnberg gedenkt des Mordopfers heute mit mehreren Veranstaltungen.

Per Mail sharen
  • Artikel mit Audio-Inhalten
  • Artikel mit Video-Inhalten

Nürnberg gedenkt NSU-Mordopfers Enver Şimşek

Heute vor 20 Jahren, am 9. September 2000, wurde der Blumenhändler Enver Şimşek von den Rechtsterroristen des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) ermordet. Die Stadt Nürnberg gedenkt des Mordopfers heute mit mehreren Veranstaltungen.

Per Mail sharen

Am heutigen Mittwoch wird Enver Şimşeks gedacht, der heute vor 20 Jahren von den Rechtsterroristen des NSU in Nürnberg ermordet wurde. Um 17 Uhr findet am Tatort in der Liegnitzer Straße eine Gedenkveranstaltung statt, bei der auch Nürnbergs Oberbürgermeister Marcus König (CSU) eine Ansprache hält.

Im Dokumentationszentrum am ehemaligen Reichsparteitagsgelände wird ab 18:30 Uhr der Film "Spuren – Die Opfer des NSU" gezeigt. Anschließend gibt es dort eine Podiumsdiskussion zum Thema "Anhaltende Bedrohungen von Bürgerinnen und Bürgern durch Rechtsextremismus in Deutschland".

Podiumsdiskussion mit Sohn des Opfers

Gesprächsgäste sind die Filmemacherin Aysun Bademsoy, der Sohn des Ermordeten, Abdul-Kerim Şimşek, und Seda Başay-Yıldız, die die Familie Şimşek im NSU-Prozess als Anwältin vertrat. Moderiert wird die Diskussion von BR-Redakteurin Ina Krauß. Für beide Veranstaltungen wird darum gebeten, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Zudem ist eine Anmeldung nötig.

Für die Kundgebung am Tatort können sich Interessierte beim Menschenrechtsbüro der Stadt Nürnberg unter der Telefonnummer 0911-2315029 oder der E-Mail-Adresse menschenrechte@stadt.nuernberg.de anmelden, für den Film und die Podiumsdiskussion im Doku-Zentrum unter der Rufnummer 0911/2317538 oder via dokumentationszentrum@stadt.nuernberg.de. Die Anzahl für die Veranstaltung im Doku-Zentrum ist aufgrund der Kontaktbeschränkungen auf 50 begrenzt.

"Junge Stimme" fordert Straßenumbenennungen

Der migrantisch geprägte Verein "Junge Stimme" fordert in einer Mitteilung, dass die Stadt Nürnberg das Gedenken an die NSU-Opfer in Zukunft offensiver unterstützt. Laut Initiative würden Gedenkveranstaltungen zu den NSU-Opfern "nahezu ausschließlich" von zivilgesellschaftlichen Gruppen getragen. Zudem fordern sie, dass die Straßen, in denen sich die Tatorte befinden, nach den Opfern umbenannt werden.

Erst elf Jahre nach dem Mord wurde die Tat aufgeklärt

Der 38-jährige Enver Şimşek war Blumenhändler in Hessen, auch in Bayern betrieb er mobile Verkaufsstände. Am 9. September 2000 vertrat er in Nürnberg-Langwasser einen Kollegen, der im Urlaub war. In den frühen Nachmittagsstunden wurde er von den Neonazis des NSU mit mehreren Schüssen niedergestreckt und erlag zwei Tage später seinen schweren Verletzungen.

Zum Tatzeitpunkt hinterließ der Blumenhändler zwei 13 und 14 Jahre alte Kinder und seine Ehefrau. Erst mit der Selbstenttarnung des NSU 2011 wurde der Mord aufgeklärt. Zuvor hatten die Beamten jahrelang gegen das Mordopfer und seine Familie ermittelt.

© BR

Heute vor 20 Jahren, am 9. September 2000, wurde der Blumenhändler Enver Şimşek von den Rechtsterroristen des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) ermordet. Die Stadt Nürnberg gedenkt des Mordopfers mit mehreren Veranstaltungen.

"Darüber spricht Bayern": Der BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!