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Nürnberg führt 365-Euro-Ticket bis spätestens 2023 ein | BR24

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Als erste Großstadt Deutschlands hat Nürnberg beschlossen, ein 365-Euro-Ticket einzuführen. Damit ist ein für August geplanter Bürgerentscheid hinfällig. Das Ticket soll spätestens ab dem 1. Januar 2023 kommen.

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Nürnberg führt 365-Euro-Ticket bis spätestens 2023 ein

Die Stadt Nürnberg beschließt als erste Großstadt in Deutschland ein 365-Euro-Ticket. Der Stadtrat stimmte am Mittwochnachmittag einstimmig dafür. Das Ticket soll spätestens bis zum 1. Januar 2023 kommen. Das Sozialticket ist für 2021 geplant.

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Bis 22.00 Uhr am Dienstagabend haben Nürnbergs Oberbürgermeister Marcus König (CSU), Bürgermeister und VAG-Aufsichtsratschef Christian Vogel (SPD), die Fraktions-Chefs von CSU und SPD mit den Initiatoren des Bürgerbegehrens "365-Euro-Ticket in Nürnberg" verhandelt. Herausgekommen ist ein Kompromiss, nachdem das 365-Euro-Ticket für alle spätestens zu Beginn des Jahres 2023 kommen soll. Das hat der Stadtrat am Mittwochnachmittag einstimmig beschlossen. Damit wird der Bürgerentscheid, der für den 9. August geplant war, nicht durchgeführt.

Sozialticket für 15 Euro soll ab 2021 kommen

Mit den Initiatoren des Bürgerbegehrens wurde vereinbart, dass bereits ab 1. Januar 2021 ein Sozialticket eingeführt wird. Es soll rund um die Uhr gültig sein, 15 Euro pro Monat kosten und in der Nürnberger Stadttarif-Zone gelten. Ein weiterer Bestandteil des Kompromisses ist, dass in Nürnberg die turnusmäßigen Tariferhöhungen in den kommenden Jahren ausgesetzt werden.

Kosten von rund 30 Millionen Euro

Ohne Finanzierungshilfe von Land und Bund sei das neue Ticket nicht möglich, sagte König. Die Verhandlungen beginnen in diesen Tagen. Die Stadt Nürnberg rechnet damit, dass der neue Tarif zu Einnahmeausfällen von 28 bis 30 Millionen Euro im Jahr führen wird. Sollte es dafür keinen Ausgleich von Bund und Land geben, müsse diese Summe ab dem Jahr 2023 aus dem Stadthaushalt finanziert werden, sagte OB König. Für Titus Schüller, Stadtrat der Linken, die das Bürgerbegehren angeschoben hatten, eine wichtige Zusage. Denn dadurch sei es nicht mehr möglich, dass das Projekt verschoben werden könne, weil die Finanzierung nicht stehe.

Verhandlungen mit VGN-Partnern

Auch mit anderen Kommunen im Verkehrsverbund VGN soll gesprochen werden, um den Spartarif auch jenseits der Nürnberger Stadtgrenzen gelten zu lassen. In einem gemeinsamen Brief an die Geldgeber in Bund und Land haben die Städte Fürth, Erlangen, Schwabach sowie die angrenzenden Landkreise bereits signalisiert, dass sie ebenfalls an einem 365-Euro-Ticket für alle interessiert seien. Denn darin waren sich alle Verhandlungspartner einig: Ein Sparticket, das an der Nürnberger Stadtgrenze endet, ist in einer Region, in der sehr viele Berufspendler unterwegs sind, wenig sinnvoll. VAG-Aufsichtsratschef Christian Vogel forderte die Nürnberger auf, das Ticket dann auch zu kaufen und den Dauersparpreis zu nutzen.

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