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Nürnberg: Drei Viertel der Jugendlichen glauben an Gott | BR24

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Rund drei Viertel der Jugendlichen in Nürnberg glauben an Gott oder an ein höheres Wesen. Das hat die erste Jugendstudie der Evangelischen Jugend Nürnberg ergeben.

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Nürnberg: Drei Viertel der Jugendlichen glauben an Gott

Mehr als drei Viertel der Jugendlichen in Nürnberg glauben an Gott oder an ein höheres Wesen. Viele wünschen sich Anregungen in Glaubensfragen. Dieses Ergebnis einer großen Studie soll die Jugendarbeit der Evangelischen Kirche in Nürnberg verändern.

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Es ist die erste große Jugendstudie der Evangelischen Kirche in einem urbanen Umfeld in Deutschland. Im Auftrag der Evangelischen Jugend Nürnberg (ejn) befragte die Evangelische Hochschule 1.000 Jugendliche – darunter sowohl Ehrenamtliche und Teilnehmer an Angeboten der Evangelischen Jugend als auch Jugendliche anderer Konfessionen und Glaubensrichtungen oder ohne Konfession.

Mehr als drei Viertel von ihnen gaben an, dass sie an Gott oder an ein höheres Wesen glauben. Ein weiteres Ergebnis: Mehr als 80 Prozent der Befragten wollen später ihre Kinder taufen lassen oder kirchlich heiraten. Die Jugendlichen sind also zu einem großen Teil Glaubensfragen gegenüber sehr aufgeschlossen und wünschen sich kompetente Antworten.

Jugendstudie als Kompass für Jugendarbeit

Die Jugendstudie "Gefragt" ist für die Evangelische Jugend ein Kompass, nach dem sie ihre Angebote zielgerichteter als bisher ausrichten will. Die wichtigste Erkenntnis sei für ihn, "dass die Jugendlichen Interesse an Kirche und Glauben haben, dass sie für sich Lebensentwürfe haben möchten, in denen Sinnfragen vorkommen", so Dekanatsjugendpfarrer Thomas Kaffenberger am Dienstag (14.01.20) bei der Vorstellung der Studie.

Evangelische Jugend will nachsteuern

Aufgabe der Evangelischen Jugend sei es, den Jugendlichen einen Lebensentwurf auf christlicher Basis anzubieten. Die Studie habe gezeigt, dass die vielen Haupt- und Ehrenamtlichen in ihrer Arbeit mit Jugendlichen schon vieles richtig machten und die passenden Angebote geschaffen hätten, so Kaffenberger. Allerdings müsse in einigen Bereichen nachgesteuert werden.

Zu wenig Angebote für junge Erwachsene

So gebe es beispielsweise zu wenige Angebote für junge Erwachsene, die aus der Zielgruppe der Evangelischen Jugend heraus gewachsen, aber noch nicht alt genug sind für die klassischen Angebote in den Gemeinden, wie etwa Frauenkreise. "Das ist eine große Anforderung für die gesamte Kirche, diese Lücke zu schließen", so Regionaljugendreferentin Barbara Gruß. Ideen seien Gottesdienste für Menschen in der Lebensmitte oder mehr Unterstützungsangebote für Familien. Viele junge Erwachsene besuchen auch die Jugendkirche Lux.

Mehr Jugendliche dürfen in der Kirche mitreden

Ein weiteres Ergebnis der Jugendstudie: Jugendliche in Nürnberg wünschen sich mehr Mitsprachemöglichkeiten. Als Konsequenz verändert die Evangelische Jugend ihre Gremienstruktur. Statt kleiner Jugendkammern mit nur wenigen Teilnehmern gibt es nun Jugendparlamente mit zwei bis drei Delegierten aus allen Gemeinden in Nürnberg.

Ein großer Jugendkonvent für alle Engagierten

Alle zwei Jahre ist zudem ein Regionaljugendkonvent für alle Haupt- und Ehrenamtlichen in der Evangelischen Jugend Nürnberg geplant. Auch Jugendliche, die sich bisher noch nicht engagiert haben, sind eingeladen. Der zweite derartige Konvent findet im Mai 2020 zum Thema "Menschenrechte" statt. Beim ersten Konvent 2017 zum Thema "Demokratie" nahmen rund 50 Jugendliche teil.

Jugendleiter lernen bei konkreten Projekten

Auch soll die Jugendarbeit noch praxisnäher werden. Wer sich zum Jugendleiter ausbilden lässt, führt ab diesem Jahr während seiner Ausbildung ein konkretes Jugendprojekt in einer Gemeinde durch. Bisher wurden solche Projekte im Jugendleiterseminar nur "gespielt". Damit kommt die Evangelische Jugend dem Wunsch nach mehr jugendspezifischen Angeboten in den einzelnen Gemeinden nach.