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Blick auf die äußere (links) und innere Befestigungsmauer: Am Marientorzwinger soll das neue Nürnberger Stadtmauer-Museum entstehen.

Bildrechte: BR /Gregor Heinrich
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Nürnberg bekommt ein Stadtmauer-Museum

Die Nürnberger sind stolz auf ihre Stadtmauer. Sie gilt als eine der am besten erhaltenen Anlagen dieser Art in ganz Europa. Doch bisher gibt es keine Stelle, an der umfassend über dieses Wahrzeichen informiert wird. Das soll sich bald ändern.

Von
Michael ReinerMichael Reiner
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Noch parken auf der Schotterfläche am Marientorzwinger Autos. Im Hintergrund sind Teile der Nürnberger Stadtmauer zu sehen. Der Turm, der an dieser Stelle stand, wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. Im kommenden Jahr werden hier die Bagger anrollen. Der ursprünglich neun Meter hohe Turm soll wieder aufgebaut werden. Und auf der Fläche zwischen der inneren und äußeren Befestigungsmauer entsteht ein Museum für die Nürnberger Stadtmauer.

Mauer hielt allen Angriffen stand

Die Nürnberger sind stolz auf ihre Stadtmauer und spenden dafür auch viel Geld. "Doch bisher gibt es noch keine Stelle, an der ihre Funktion und die Bauweise umfassend erläutert wird", sagt Baureferent Daniel Ulrich. Sie gilt als eine der am besten erhaltenen Anlagen dieser Art in ganz Europa. Auch wenn sie nicht immer im besten Zustand ist und an einigen Stellen bröckelt. Der Mauerring ist eines der Wahrzeichen der Stadt. Er ist im 15. und 16. Jahrhundert entstanden und insgesamt rund fünf Kilometer lang. In früheren Kriegszeiten hat kein Angreifer die Befestigungsanlagen überwinden können. Erst die Amerikaner nahmen am Ende des Zweiten Weltkriegs die Stadt Nürnberg ein.

Turmnachbau aus Stahlbeton

An der Baustelle am Marientorzwinger ist der Aufbau der Befestigungsanlage gut zu erkennen, erläutert Ulrich. Das macht sich die Stadt zunutze, um hier das Museum aufzubauen. Der Bereich zwischen den Mauern soll zu einer Grünanlage mit drei Terrassen umgebaut werden. Am Turm soll ein überdachter Bereich entstehen, an dem das Baureferat Informationstafeln aufstellen wird. Der Stadtmauerturm soll in seinen ursprünglichen Dimensionen wiederhergestellt werden, allerdings in moderner Bauweise – unter anderem mit Stahlbeton. "Wir wollen hier nicht historisieren. Man soll sehen, dass das ein Neubau ist", sagt Ulrich.

Mini-Park mit neuen Bäumen

Im Turm soll der Verein "Geschichte für alle" unterkommen, der unter anderem Stadtführungen anbietet. Außerdem ist geplant, dass das gesamte Gelände als öffentliche Grünanlage aufgewertet wird. Eines von vielen Projekten, die die Stadt grüner machen sollen. In dem Mini-Park sollen gut zwei Dutzend Bäume neu gepflanzt werden. Insgesamt sind für das Projekt knapp drei Millionen Euro veranschlagt. Die Entscheidung für das Stadtmauer-Projekt fiel bereits Mitte Oktober, bei den Haushaltsberatungen gab der Stadtrat das Geld dafür frei. Wenn alles glatt läuft, sollen der Park, der Turm und das Museum im Sommer 2024 fertiggestellt sein.

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