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NSU-Terroristin Zschäpe von München nach Chemnitz verlegt | BR24

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Die verurteilte NSU-Rechtsterroristin Beate Zschäpe ist von München in die Justizvollzugsanstalt Chemnitz verlegt worden - auf eigenen Wunsch. Das Oberlandgericht München hatte Zschäpe vor sieben Monaten zu lebenslanger Haft verurteilt.

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NSU-Terroristin Zschäpe von München nach Chemnitz verlegt

Die NSU-Rechtsterroristin Beate Zschäpe ist von München in die Justizvollzugsanstalt Chemnitz verlegt worden - auf eigenen Wunsch. Das Oberlandesgericht München hatte Zschäpe vor sieben Monaten zu lebenslanger Haft verurteilt.

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Beate Zschäpe, die im NSU-Prozess zu lebenslanger Haft verurteilt wurde, ist von München in die Justizvollzugsanstalt (JVA) nach Chemnitz verlegt worden. Sie sei am Montag nach Sachsen gebracht worden, teilte die JVA Chemnitz mit. Transport und Aufnahme seien reibungslos verlaufen. Zschäpe sei ganz "normal untergebracht". Einen Hochsicherheitstrakt gibt es in Chemnitz nicht.

Über sechs Jahre sitzt Beate Zschäpe nun schon in Untersuchungshaft, die meiste Zeit davon in der JVA München-Stadelheim. Anfang Dezember war bekanntgeworden, dass Zschäpe eine Verlegung in das Gefängnis in der sächsischen Stadt anstrebte. Die Entscheidung zur Verlegung sei nach Abstimmung zwischen den Justizministerien in Bayern und Sachsen getroffen worden, erklärte die JVA Chemnitz weiter.

Die 44-jährige Zschäpe kommt ursprünglich aus Thüringen und hatte in Sachsen längere Zeit im Untergrund gelebt. Da es in Thüringen keine Haftanstalt für Frauen gibt, wurde die verurteilte Rechtsterroristin nun in die JVA Chemnitz verlegt, wo insgesamt 220 Frauen einsitzen.

Urteil gegen Zschäpe noch nicht rechtskräftig

Zschäpe war vom Oberlandesgericht München im vergangenen Jahr wegen zehnfachen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Zudem sprach sie das Gericht der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung schuldig.

Zschäpe hatte demnach gemeinsam mit ihren Freunden Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos die rechtsextreme Terrorgruppe NSU gegründet. Die Anwälte der 44-Jährigen hatten Revision angekündigt.

Keine Sicherheitsbedenken

Eigentlich ist die Verlegung eines Gefangenen in die Nähe der früheren Heimat erst vorgesehen, wenn das Urteil rechtskräftig ist. Doch nun stimmte das sächsische Justizministerium der Verlegung zu. Sicherheitsbedenken gebe es keine, sagte ein Sprecher.