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NSU 2.0: Ehepaar aus Landshut laut Ermittlern "Trittbrettfahrer" | BR24

© pa/dpa/Arne Dedert

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    NSU 2.0: Ehepaar aus Landshut laut Ermittlern "Trittbrettfahrer"

    Die Ermittler sprechen von einer "Nebenrolle": Das Ehepaar aus Landshut, das in der "NSU 2.0"-Affäre um rechtsextreme Drohschreiben in Verdacht geraten ist, war wohl eher als Trittbrettfahrer unterwegs. Sechs Fälle sollen aber auf ihr Konto gehen.

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    Das in der Affäre um die rechtsextreme Drohschreiben-Serie "NSU 2.0" unter Verdacht geratene Ehepaar aus Landshut spielt einem Ermittler zufolge tatsächlich nur eine Nebenrolle. Man könne davon ausgehen, dass es sich um "Trittbrettfahrer" handele, sagte der Frankfurter Oberstaatsanwalt Michael Loer in einer Sitzung des Rechtsausschusses des hessischen Landtages. Er berief sich dabei auch auf Erkenntnisse des Landeskriminalamtes.

    Immer mehr Drohschreiben - sechs aus Landshut

    Allein seit einer Sitzung des hessischen Landtagsinnenausschusses am 21. Juli, bei dem die Abgeordneten über die Ermittlungen informiert wurden, habe es 14 weitere mit "NSU 2.0" gezeichnete Drohschreiben gegeben. Sechs Drohungen gehen auf das Konto der Verdächtigen aus Bayern, wie die Staatsanwaltschaft auf Anfrage des BR bestätigte.

    Ex-Polizist weist Vorwürfe zurück

    In Landshut waren Ende Juli ein ehemaliger Polizeibeamter und seine 55 Jahre alte Ehefrau kurzzeitig festgenommen worden. Das Paar wird verdächtigt, sechs Schreiben mit beleidigenden, volksverhetzenden und drohenden Inhalten an Bundestagsabgeordnete und verschiedene andere Adressaten verschickt zu haben.

    Der Ex-Polizist hatte die Vorwürfe im BR-Interview zurückgewiesen. Er soll aber bereits seit Jahren extreme extremen Ansichten unter Pseudonym auf einschlägigen Blogs veröffentlicht haben.

    Die "NSU 2.0"-Affäre

    In der sogenannten "NSU 2.0"-Affäre geht es um Drohschreiben an unterschiedliche Personen des öffentlichen Lebens, die meisten von ihnen Frauen. Daten der Opfer sollen von hessischen Polizeicomputern abgerufen worden sein. Die Drohungen sind mit Kürzel NSU 2.0 unterzeichnet, das an die Terrororganisation Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) erinnert.

    Hinweis der Redaktion: : In einer früheren Version des Artikels war von vier Drohschreiben die Rede. Nach Anfrage bei der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main haben wir dies korrigiert.

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