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Novemberhilfe: Brauereigaststätten trotz Nachbesserung in Gefahr | BR24

© picture alliance/imagebroker/David Davies

Von Brauereigaststätten wie dem Schlenkerla in Bamberg kommt Kritik an der Nachbesserung der Novemberhilfe.

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Novemberhilfe: Brauereigaststätten trotz Nachbesserung in Gefahr

Die Brauereigaststätten sind enttäuscht von der Nachbesserung der Corona-Hilfen. Um Geld vom Staat zu bekommen, müssen sie mindestens 80 Prozent ihres Umsatzes mit der Gastronomie machen. Das schaffen aber die wenigsten Brauereigaststätten.

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Von
  • Sandra Jozipovic

Der Landtagsabgeordnete Michael Hofmann (CSU) aus Forchheim und einige Brauer aus Oberfranken sind enttäuscht von den Corona-Hilfen für Brauereigaststätten. Gegenüber dem Bayerischen Rundfunk sagte Hofmann, dass die nachgebesserten Regelungen für Gastronomen in Oberfranken kein Durchbruch seien. Der Verband der Privaten Brauereien Bayern teilt die Kritik. Auch mit den neu definierten Regelungen des Bundeswirtschaftsministeriums bleibe der Mehrzahl der kleinen Brauereigasthöfe der Zugang zu den sogenannten Novemberhilfe verwehrt.

Brauereigasthöfe gehen bei Corona-Hilfen häufig leer aus

Das Problem der Brauereigasthöfe, die als Mischbetriebe Bier brauen und auch Gaststätten betreiben, ist folgendes: Um die Novemberhilfe und damit 75 Prozent des Vorjahresumsatzes zu erhalten, müssen die Brauereigaststätten mindestens 80 Prozent ihres Umsatzes mit der Gastronomie machen. Weil das bei vielen Brauereigasthöfen nicht der Fall ist, gehen diese leer aus. Um die 300 Brauereigasthöfe in ganz Bayern sind betroffen.

Wirtschaftsministerium verspricht Hilfe für Brauer

Das Wirtschaftsministerium hatte Nachbesserung versprochen. Die neue Regelung des Bundes bezieht sich allerdings nur auf den Fassbierverkauf und nicht auf den Verkauf von Flaschenbier. Dieses Fassbier können sie nun der Gaststätte zurechnen, auch wenn sie es teilweise in den Einzel-oder Großhandel gegeben haben. Damit soll den Brauereigasthöfen geholfen werden einen größeren Anteil des Gesamtumsatzes in der Gaststätte zu erzielen und so antragsberechtigt zu werden.

Brauer sprechen von einem Placebo

Von einigen Brauern wird diese Änderung als Placebo bezeichnet, weil kleinere Brauereien ihr Bier sowieso kaum in den Einzel- oder Großhandel geben. Die Lage habe sich für die allermeisten Brauereigaststätten also nicht verändert, sagt auch der Landtagsabgeordnete Hofmann. Auch Matthias Trum von der Bamberger Traditionsgaststätte Schlenkerla glaubt nicht, dass sich durch die neuen Regelungen etwas für Kleinbrauereien ändere. Ähnlich sieht es Hildegard Kraus vom Brauereigasthof Hirschaid: "Wir sind in einem Dilemma, weil alle Brauereien regional sehr unterschiedlich sind".

Forderung: Brauerei und Gaststätte trennen

Der Landtagsabgeordnete Michael Hofmann fordert, dass bei Mischbetrieben die Brauerei und die Gaststätte als Betrieb separat behandelt werden.

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