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Notfallsanitäter in Bayern dürfen jetzt mehr behandeln | BR24

© BR / Martin Breitkopf

Seit dem heutigen 1. Dezember dürfen Bayerns Notfallsanitäter mehr kleinere ärztliche Maßnahmen an Patienten vornehmen. Die Neuregelung soll den Patienten schnellere Hilfe ermöglichen und mehr Rechtssicherheit schaffen.

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Notfallsanitäter in Bayern dürfen jetzt mehr behandeln

Seit dem heutigen 1. Dezember dürfen Bayerns Notfallsanitäter mehr kleinere ärztliche Maßnahmen an Patienten vornehmen. Die Neuregelung soll den Patienten schnellere Hilfe ermöglichen und mehr Rechtssicherheit schaffen.

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Bayerns Notfallsanitäter haben seit heute mehr Befugnisse. Sie dürfen nun kleinere ärztliche Maßnahmen an Patienten selbst vornehmen. Wegen einer Änderung des Rettungsdienstgesetzes muss dann nicht mehr unbedingt ein Notarzt vor Ort sein.

"Das ist sehr zum Vorteil für alle Notfallpatienten, denn ihnen kann nun in vielen Fällen einfacher und schneller geholfen werden." Joachim Herrmann, bayerischer Innenminister

Nicht mehr warten, bis der Arzt kommt

Die Neuregelung soll den Patienten schnellere Hilfe ermöglichen, weil nicht mehr auf das Eintreffen des Arztes gewartet werden muss. "Damit stehen Notärzte für andere Einsätze, wo sie möglicherweise dringender gebraucht werden, zur Verfügung", betonte Herrmann. Die Notfallsanitäter müssen hierzu in ihrer Ausbildung aber entsprechend geschult werden.

Ob ein Sanitäter eine Maßnahme vornehmen kann, wird in einer Checkliste festgelegt. Bisher waren invasive Maßnahmen außer "in besonderen Fällen" einem Arzt vorbehalten. Zu solchen Maßnahmen zählt auch die Verabreichung von Medikamenten mit einer Spritze oder das Legen eines Zugangs.

Mehr Rechtssicherheit für Notfallsanitäter

Außerdem soll das geänderte Gesetz mehr Rechtssicherheit für Notfallsanitäter schaffen. Da bisher sogenannte "heilkundliche Maßnahmen" ausschließlich einem Arzt vorbehalten waren, durfte ein Notfallsanitäter auch in lebensbedrohlichen Fällen keine invasiven Maßnahmen ergreifen, ohne sich de facto damit strafbar zu machen. Tatsächlich konnte er sich dafür strafrechtlich der unterlassenen Hilfeleistung schuldig machen. Eine Zwickmühle.

Unfallmediziner sehen die Entwicklung kritisch

Mehrer Berufsverbände von Unfallmedizinern, etwa die Deutsche Gesellschaft für Chirurgie, kritisieren die Gesetzesänderung. "Zum Wohle und zum Schutz der erkrankten und verletzten Patienten" dürften die Aufgabe von Ärzte nicht von Notfallsanitätern übernommen werden. Im Jahr 2013 war im Bundestag ein Gesetz verabschiedet worden, das die Ausbildung der damaligen Rettungsassistenten von zwei auf drei Jahre verlängerte und damit einhergehend die Bezeichnung Notfallsanitäter einführte. Notfallsanitäter ist damit die höchste nicht akademische medizinische Ausbildung. Schon damals kritisierte die Bundesärztekammer die damit verbundene Ausweitung der Aufgaben.

Von
  • Michaela Bold
  • BR24 Redaktion
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